Union gegen Hansa Rostock : Neue alte Bekannte

1989 traten der 1. FC Union und Hansa Rostock zum letzten Mal in einem Pflichtspiel gegeneinander an. Am Freitagabend ist es wieder so weit, die Zweitligisten treffen an der Alten Försterei aufeinander.

Matthias Koch

Berlin - Uwe Neuhaus legte gestern noch einen kleinen Sprint ein. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union fühlte sich keinesfalls von der Leichtathletik-WM beflügelt. Vielmehr wollte der 49-Jährige der Wasserdusche zweier Rasensprenger entgehen. Derartigen Respekt werden seine Spieler vor dem heutigen Spiel gegen den FC Hansa Rostock (18 Uhr, Alte Försterei, live auf Sky) vermutlich nicht zeigen. Zwei Siege in den ersten beiden Spielen machen selbstbewusst. „Es gibt kein Spiel in der Zweiten Liga, das man gewinnen muss. Aber auch keines, das man von vornherein verloren hat“, sagt der Berliner Innenverteidiger Christian Stuff.

Trainer Uwe Neuhaus wird wohl derselben Startformation vertrauen, die gegen Oberhausen (3:0) und Fortuna Düsseldorf (1:0) erfolgreich in die Saison gestartet ist. Auch Kenan Sahin muss sich zunächst wohl wieder mit einem Platz auf der Bank begnügen. „Der Trainer hat keinen Grund zu wechseln. Die Jungs haben gut gespielt“, sagt Sahin. Dass der Siegtorschütze gegen Düsseldorf keinen Stammplatz fordert, spricht für die aktuelle Harmonie beim 1. FC Union.

Den Gegner Hansa Rostock haben viele Berliner Anhänger fast zwei Jahrzehnte lang nur im Fernsehen bestaunt. Vor 20 Jahren, am 18. April 1989 , trafen sich beide Teams zuletzt zu einem Pflichtspiel – damals noch in der DDR-Oberliga. Als einziger Verein aus dem Osten schafften es die Hanseaten danach, seit 1991 ununterbrochen im bezahlten Fußball zu spielen. Union kickte derweil größtenteils in der dritten und vierten Liga. In dieser Saison gibt es nun endlich wieder ein Pflichtspiel auf Augenhöhe zwischen beiden Klubs. „Wir können uns jetzt endlich mit Mannschaften messen, die in diesem Bereich seit Jahren tätig sind“, sagt Unions-Sportchef Christian Beeck.

Christian Beeck gehörte ebenso wie der Berliner Kotrainer André Hofschneider und die Spieler Marko Rehmer, Sergej Barbarez und Goran Markov sowie Hansas ehemaliger Trainer Frank Pagelsdorf zu jenen Unionern, die in den Neunzigerjahren wegen der besseren Perspektive zu Rostock gewechselt waren. Momentan scheint das kein Spieler des 1. FC  Union mehr nötig zu haben.

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