Union gegen Ingolstadt : Mattuschkas Ausfall ist Sahins letzte Chance

Unions Offensivspieler Sahin muss in Ingolstadt Kapitän Mattuschka ersetzen. Die Aussicht auf einen Stammplatz motiviert ihn - im Sommer läuft der Vertrag des Deutsch-Türken aus.

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Unions Kapitän Mattuschka (r.) fällt gegen Ingolstadt ausfällt.
Unions Kapitän Mattuschka (r.) fällt gegen Ingolstadt ausfällt.Foto: dpa

Der Blick von Kenan Sahin ging nach unten. Der Fußballer des Zweitligisten 1. FC Union stand auf dem Trainingsplatz wie ein Grundschüler, der seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Im Einzelgespräch musste er sich von Trainer Uwe Neuhaus kritische Worte gefallen lassen. „Am Dienstag nach zwei freien Tagen war ich ein bisschen träge beim Training“, gibt Sahin zu. Heute im Auswärtsspiel beim FC Ingolstadt (13.30, live bei Sky) darf so etwas nicht passieren. Aller Voraussicht nach muss Sahin Spielmacher Torsten Mattuschka ersetzen.

Unions Kapitän fällt wie Ahmed Madouni, Santi Kolk, Björn Brunnemann und Michael Parensen verletzt aus. Da zudem Dominic Peitz seine fünfte Verwarnung absitzen muss, reisen die Berliner arg ersatzgeschwächt nach Bayern. „Wir haben viele Spieler im Kader, die auf eine Chance warten mussten. Die haben jetzt die Möglichkeit, zu zeigen, was sie draufhaben“, sagt Trainer Uwe Neuhaus.

Auf Kenan Sahin trifft das in besonderem Maße zu. Der 26-jährige Offensivspieler kann in dieser Saison gerade einmal zwei Kurzeinsätze vorweisen. Die Aussicht auf einen Stammplatz motiviert ihn: „Wenn ich von Anfang an spielen darf, kann der Gegner von mir aus auch Buxtehude heißen“, sagt Sahin. „ Ich will diese Chance nutzen und beweisen, dass der Verein auf mich zählen kann.“ Sahins Worte kommen nicht von ungefähr, nachdem er in der Vorbereitung gegen Chinedu Ede den Zweikampf um die linke Außenbahn verloren hatte. Im Sommer läuft der Vertrag des Deutsch-Türken aus, der bei Union als einer der letzten unangepassten Spieler gilt. Allzu viele Bewährungschancen wird er nicht mehr erhalten, zumal Mattuschka nicht ewig ausfallen wird. Hinzu kommt, dass Union im Winter möglicherweise offensive Neuzugänge verpflichten will.

„Kenan ist Profi und lange genug dabei, um die Situation zu erkennen“, sagt Trainer Neuhaus. „Er kann praktisch von null auf hundert durchstarten. Wenn er das nicht spürt, dann kann ihm hier keiner mehr helfen.“

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