Union - Hertha 2:2 : Ronny gegen Mattuschka: Das private Derby

Zwei Teams, zwei Typen: Wie schon in der Vergangenheit prägen Unions Kapitän Torsten Mattuschka und Herthas Mittelfeldspieler Ronny das Berliner Stadtduell.

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Entscheidende Stützen: Torsten Mattuschka und Ronny prägten mit ihrer Leistung das Stadtderby. Unions Kapitän Mattuschka bereitete zwei Tore vor, Ronny rettete Hertha mit seinem Treffer einen Punkt im Heimspiel.
Entscheidende Stützen: Torsten Mattuschka und Ronny prägten mit ihrer Leistung das Stadtderby. Unions Kapitän Mattuschka bereitete...Foto: dpa

Torsten Mattuschka sah den Schrecken mit aufgerissenen Augen und konnte nichts tun. Er, der Berserker aus Köpenick, der Kämpfer, der Stratege, der Mann für so viele Fälle. Auch dieses Mal hatte er seine Mannschaft, den 1. FC Union richtig gut in die Spur gebracht. Es fehlte nicht mehr viel bis zum großen Sieg im Duell mit Hertha BSC. Mattuschkas Mannschaft führte im Olympiastadion 2:1, es waren nur noch fünf Minuten zu spielen. Aber sein Trainer Uwe Neuhaus hatte ihn nach Herthas Anschlusstreffer durch Adrian Ramos vom Feld genommen.

Und so war der Kapitän der Unioner zum Zuschauen verdammt. Und musste schließlich mitansehen, wie Ronny, die zentrale Figur des Gegners, das tat, wofür er so gefürchtet ist. Der Brasilianer zirkelte einen Freistoß zum 2:2 in die Maschen der Unioner. Dabei spielte keine Rolle mehr, dass es sein zwölfter Saisontreffer war und er seiner Elf die Serie von nunmehr 19 Spielen ohne Niederlage rettete. Nein, Ronny rettete vor allem dem Anhang Herthas die Ehre und den Stolz. Nicht auszudenken, wie sie gelitten hätten, wenn Hertha ein zweites Mal im eigenen Haus dem Köpenicker Klub unterlegen gewesen wäre. „Ronny war der goldene Spieler, der uns zurück ins Spiel gebracht hat“, sagte Herthas Trainer Jos Luhukay. Und Ronny selbst sagte: „Man muss immer daran glauben, noch zu treffen."

Und so kam es, dass auch dieses Stadtduell, das vierte innerhalb von zweieinhalb Jahren, wieder diese beiden Spieler nachhaltig prägen sollten: Torsten Mattuschka und Ronny. Beide schossen ihre Mannschaften jeweils per Freistoß zu den Siegen im auswärtigen Stadion. Mattuschka im Februar 2011, als Union nach einem 1:1 im Hinspiel schließlich im Hause Herthas mit einem 2:1-Sieg die Stadtmeisterschaft feierte. Und Ronny beim 2:1 im vorigen Herbst, im Hinspiel in der laufenden Spielzeit in Köpenick.

Hertha - Union in Bildern
Am Ende unentschieden. Hier kämpfen Herthas Sandro Wagner (l.) und Unions Roberto Puncec um die Lufthoheit. Doch lange sah es im Berliner Stadtderby nach einem Sieg der Gäste aus Köpenick aus.Weitere Bilder anzeigen
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12.02.2013 09:40Am Ende unentschieden. Hier kämpfen Herthas Sandro Wagner (l.) und Unions Roberto Puncec um die Lufthoheit. Doch lange sah es im...

Gestern Abend nahm Mattuschka den späten Ausgleich und den folgenden Schlusspfiff erst einmal regungslos zur Kenntnis. Die frühe Führung seiner Mannschaft hatte Mattuschka indirekt vorbereitet. Keine acht Minuten war das Spiel alt, da lag der krasse Außenseiter auch schon in Führung. Es hätte der Anfang eines noch größeren Abends für den kleineren der beiden werden können. Herthas Torwart konnte den Schuss von Unions Kapitän gerade noch abwehren, aber dann war Terodde zur Stelle und traf zum 1:0.

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit legte Adam Nemec zum 2:0 per Kopf nach. Die Vorlage kam von – Torsten Mattuschka. Spätestens nach seinem Siegtreffer 2011 gilt er für den Anhang Unions ja sowieso als Legende. Ein Liedchen haben sie für ihren Mannschaftskapitän gedichtet, dass die Fans natürlich noch einmal anstimmten. Dass Adrian Ramos eine Viertelstunde vor Schluss den Treffer zum 1:2-Anschluss köpfte, scherte sie kaum. Dann aber musste Mattuschka vom Feld: „Ich hatte überall Krämpfe.“

Für Hertha war es das Zeichen, dass doch noch geht. Die Mannschaft von Jos Luhukay wirbelte, mobilisierte noch einmal alle Kräfte. Union wehrte sich, aber irgendwie fehlte die ordnende Hand im Zentrum. Dann gab es Freistoß aus verheißungsvoller Position, ideal für den Linksfuß Ronny. Er lief an, schoss und traf. Die Ostkurve dröhnte, Mattuschka senkte sitzend seinen Kopf.

Stimmen zum Spiel
Union-Trainer Uwe Neuhaus: "Schade eigentlich, ich hätte gerne einen Dreier mitgenommen. Bis zur 65. Minute haben wir das Spiel gut geführt, dann war der Stecker bei einigen Spielern raus. Ich wehre mich, das Spiel als gefühlte Niederlage anzusehen. Wenn wir diese gute Leistung konstant bis zum Saisonende durchhalten, gebe ich Torsten Mattuschka Recht: Dann wird es sehr schwer uns zu schlagen."Alle Bilder anzeigen
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12.02.2013 17:13Union-Trainer Uwe Neuhaus: "Schade eigentlich, ich hätte gerne einen Dreier mitgenommen. Bis zur 65. Minute haben wir das Spiel...

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