Union im Abstiegskampf? : Nur nicht verrückt machen lassen

Der 1. FC Union diskutiert nach der Niederlage bei Abstiegskandidat FSV Frankfurt, ob der Kampf gegen den Abstieg schon beginnt oder nicht.

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Sie kommen näher. Unions Ede (r.) wird in Frankfurt attackiert. Foto: Matthias Koch Foto: Matthias Koch
Sie kommen näher. Unions Ede (r.) wird in Frankfurt attackiert. Foto: Matthias KochFoto: Matthias Koch

Selbst nach der 1:2-Niederlage beim FSV Frankfurt wollte der Anhänger des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin sein Vorhaben durchsetzen. Er entrollte mit Hilfe zweier Freunde ein überdimensionales Transparent mit der Aufschrift „Torsten, bitte schenk mir Dein Trikot!“ Gemeint war Publikumsliebling Torsten Mattuschka. Der Mittelfeldmann blieb direkt vor dem Plakat stehen, das Hemd wechselte aber nicht den Besitzer. „Er konnte mir das Trikot nicht geben, weil es von diesem Satz nur noch eine Ersatzgarnitur gibt“, sagte der leer ausgegangene Fan.

Die Stimmung bei Unions Anhängern ist also noch relativ entspannt. Trotzdem muss das Team aufpassen, nicht noch in den Abstiegskampf zu geraten. Nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch sieben Punkte. „Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen“, sagte Verteidiger Christian Stuff nach der Niederlage gegen Frankfurt. „Aber solange die 40 Punkte nicht auf dem Konto sind, haben wir unser Ziel noch nicht erreicht.“

Benyamina trifft, Mosquera nicht

Karim Benyamina, der im Gegensatz zum erneut schwächelnden Sturmkollegen John Jairo Mosquera gegen Frankfurt traf, gab sich sehr vorsichtig. „Wir müssen aufpassen“, sagte er. Benyamina appelierte an den Kampfgeist seiner Kollegen, man müsse in den kommenden Spielen unbedingt alles geben, um frühzeitig beruhigt sein zu können.

Unions bedrohliche Situation wird erst nach einem Blick auf die Tabelle der Rückrunde richtig deutlich: Mit zehn Punkten aus elf Spielen ist die Mannschaft Drittletzter. Im selben Zeitraum der Hinserie hatte Union als Tabellenvierter stolze 23 Punkte gesammelt. An die erfrischenden Leistungen des Herbstes konnte der Aufsteiger aber nicht mehr anknüpfen. Aber nicht alle Spieler wollen schon vor dem Abstiegskampf warnen. „Übertreibt mal nicht. Ihr habt zwar recht, dass wir noch Punkte brauchen“, rief Defensivmann Dominic Peitz den Journalisten in Frankfurt zu. „Aber uns jetzt ein Gespenst einzureden, halte ich für nicht richtig.“

Unions Trainer Uwe Neuhaus sah den Grund für die Niederlage in Frankfurt vor allem im Unterschied zwischen seinem Verteidiger Daniel Göhlert, der vor dem 1:2 ein Luftloch schlug, und Frankfurts Abwehrspieler Gledson. „Gledson hat sich in die Bälle dermaßen reingeknallt, dass kein Zweifel bleibt, wer den Ball bekommt“, sagte er. „Das war der Unterschied, der uns den verdienten Lohn gekostet hat.“

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