Union im Saisonendspurt : Stillstand nach dem Schritt nach vorn

Der Zweitligist 1. FC Union läuft Gefahr, den positiven Eindruck dieser Saison noch zu verspielen - doch Union-Trainer Uwe Neuhaus will trotz nur eines Sieges in fünf Spielen nichts von einer Krise wissen.

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Mittelfeldspieler Michael Parensen (vorn), hier im Zweikampf mit Tobias Jänicke sagt: „Am Ende ist es nicht so interessant, ob wir Fünfter oder Siebter werden.“
Mittelfeldspieler Michael Parensen (vorn), hier im Zweikampf mit Tobias Jänicke sagt: „Am Ende ist es nicht so interessant, ob wir...Foto: dpa

Krise? Bei diesem Wort musste Uwe Neuhaus schmunzeln. Sicher, seine Mannschaft hat nur eines der letzten fünf Spiele in der Zweiten Liga gewonnen. Auch gegen die vom Abstieg bedrohte SG Dynamo Dresden reichte es im Stadion An der Alten Försterei nur zu einem 0:0. Aber deswegen gleich eine Krise ausrufen? Das war dem Trainer des 1. FC Union dann doch nur ein müdes Lächeln wert.

Neuhaus’ milde Reaktion liegt sicher auch in der aktuellen Situation begründet. Union hängt als Siebenter im Mittelfeld der Tabelle fest. Im Niemandsland, fünf Spiele vor Ende der Spielzeit. Zu einem anderen Zeitpunkt der Saison hätte Unions Trainer wahrscheinlich besorgter auf die Darbietungen seiner Spieler reagiert. Außerhalb des Feldes wurde das Spiel zudem noch von Ausschreitungen überschattet. 15 Polizisten erlitten leichte Verletzungen, insgesamt wurden 27 Personen vorläufig festgenommen.

Gegen Dresden ging vor allem offensiv nicht viel. Allzu uninspiriert wie am Freitagabend sollten die Berliner jedoch nicht in ihre noch ausstehenden Spiele gegen Aalen, Regensburg, 1860 München, Duisburg und Bochum gehen. Ansonsten laufen sie Gefahr, den positiven Eindruck dieser Saison noch zu verspielen.

Mittelfeldspieler Michael Parensen sagt zwar: „Am Ende ist es nicht so interessant, ob wir Fünfter oder Siebter werden.“ Ein möglicher zehnter Platz würde die Saison aber nachträglich schmälern. Als Saisonziel wurde von Vereinsseite Platz fünf bis sieben ausgegeben, alles andere wäre ein Rückschritt. Parensen will davon nichts wissen. „Ich denke, wir haben in diesem Jahr einen weiteren Schritt nach vorn gemacht und wollen das in der nächsten Saison wieder tun. Deswegen sollten wir auch gar nicht so sehr über irgendwelche Saisonziele sprechen. Wichtig ist nur, dass wir unsere Art, Fußball zu spielen, als Mannschaft weiterentwickeln.“

Nur wäre eine schlechtere Platzierung im Vergleich zur Vorsaison nach Außen nicht so leicht zu verkaufen. Zumal sich die restlichen Gegner mit Ausnahme von 1860 München aktuell alle in der zweiten Hälfte der Tabelle befinden.

Um die Spielzeit mindestens auf Platz sieben abzuschließen, wäre es wichtig, die geistige Frische wiederzufinden, wie Neuhaus sagt. „Die hat uns zuletzt gefehlt.“ Also sind die zuletzt dürftigen Auftritte doch einem mentalen Problem geschuldet? „Ich glaube, es ist die Summe von Kleinigkeiten, dass es nicht läuft“, sagt Michael Parensen. „Die Saison geht dem Ende entgegen, bei dem einen oder anderen sind der Kopf und die Beine vielleicht nicht mehr so frisch.“ Daraus resultierend fehle das hundertprozentige Selbstvertrauen, so Parensen.

Zumindest, was die Frische in den Köpfen der Spiele angeht, widerspricht Uwe Neuhaus. „Die Luft ist nicht raus, daran liegt es nicht“, sagt Unions Trainer. Vollständig überzeugt klang er dabei jedoch nicht. Sebastian Stier

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