Sport : Union neutralisiert sich

Die Berliner treffen kurz vor Schluss ins eigene Tor und verspielen beim 1:1 in Aue den möglichen Sieg.

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Wieso ich? Fabian Schönheim sitzt nach seinem Eigentor kurz vor Schluss enttäuscht auf dem Rasen. Foto: dpa
Wieso ich? Fabian Schönheim sitzt nach seinem Eigentor kurz vor Schluss enttäuscht auf dem Rasen. Foto: dpaFoto: dpa

Aue – Fabian Schönheim ließ sich auf den Boden fallen, der Verteidiger von Fußball-Zweitligist 1. FC Union hielt sich die Hände vor das Gesicht. Am liebsten wäre Schönheim nach dem 1:1 (1:0) beim FC Erzgebirge Aue wohl durch eine Falltür in der Grasnarbe verschwunden, aber irgendwie musste er die Realität ja ertragen. Die Leihgabe von Mainz 05 hatte sieben Minuten vor dem Ende eine Eingabe von Mike Könnecke zum 1:1-Endstand ins eigene Netz bugsiert.

Statt des erhofften Auswärtssieges im Kellerduell vor 7500 Zuschauern musste sich Union in Aue mit einem Remis begnügen. „Es tut mir leid für die Jungs. Wir haben hinten ordentlich gestanden und ganz gut gespielt. Wir haben aber auch eine Zeit lang darum gebettelt, dass das Tor für Aue fällt“, sagte Schönheim. „Dass es letztlich passiert ist, ist sehr bitter für mich. Es wäre schön gewesen, mal wieder zu Null zu spielen. So müssen wir mit dem Punkt leider leben.“

Union konnte erstmals in dieser Saison zwei Mal in Folge dieselbe Startformation aufbieten. Das Selbstbewusstsein vom 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln war zunächst durchaus erkennbar. Die erste große Chance brachte in der siebten Minute gleich die 1:0-Führung. Simon Terodde hatte nach einem Freistoß von Kapitän Torsten Mattuschka wuchtig in die lange rechte Ecke geköpft.

Die Auer Fans begannen sofort mit den Sprechchören, die bei einer Mannschaft im Abstiegskampf üblich sind. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, dröhnte es von den Rängen. Und die Erzgebirgler, bei denen Trainer Karsten Baumann schon bedenklich wackeln soll, setzten diese Forderung im weiteren Verlauf um.

Union suchte trotz des Vorsprungs nur noch sporadisch die Offensive. Youngster Björn Jopek, mit dem der Verein hinsichtlich der Verlängerung seines auslaufenden Vertrages Gespräche aufnehmen will, versuchte sich in Hälfte eins zwei Mal mit Schüssen aus der Distanz. Gleich nach dem Wechsel verpasste Christopher Quiring mit einem Kopfball nach Eingabe von Silvio das 2:0. In der 75. Minute hatte Torsten Mattuschka noch eine Freistoßchance. „Wir waren zu passiv. Wir hatten nach dem 1:0 nicht die Sicherheit, die wir hätten haben müssen. Wir haben zu viel gemauert und das Fußballspielen vergessen“, sagte Mattuschka.

Lange hielt das Abwehrbollwerk von Union, auch weil Schlussmann Daniel Haas einen starken Tag erwischte und Großchancen vom Marc Hensel, dem Ex-Unioner Halil Savran und Thomas Paulus vereitelte. Zudem schoss Guido Kocer in der Schlussphase knapp am Tor vorbei. Doch als sich Union irgendwie Richtung Auswärtssieg zu mogeln schien, unterlief Schönheim das unglückliche Selbsttor. „Daniel Haas musste schon in der ersten Halbzeit richtig gut halten. Wir hatten einige brenzlige Situationen zu überstehen. Wir hatten Tormöglichkeiten, die aber nicht konsequent ausgenutzt wurden“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus.

Mattuschka ärgerte sich zudem über Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. „Wir haben ein Eigentor zum 1:1 bekommen, obwohl es vorher ganz klar eine Ecke für uns war. Das kotzt mich richtig an“, sagte Mattuschka. „Es geht um so viel in solchen Spielen. Da kann man verlangen, dass sie so etwas sieht. Mehr Ecke geht nicht.“ Zu allem Überfluss schied Verteidiger Patrick Kohlmann wegen einer Knieverletzung aus. Diagnose: Innenbanddehnung. Matthias Koch

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