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Union - Paderborn 0:1 : Naki sichert Paderborns Auswärtssieg bei Union

Bittere Pleite: Der 1. FC Union verliert zu Hause gegen den SC Paderborn. Für die Berliner ist es die erste Niederlage im eigenen Stadion nach drei Heimsiegen in Folge.

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Paderborns Torschütze Deniz Naki jubelt nach seinem Treffer zum 0:1. Foto: dapd
Paderborns Torschütze Deniz Naki jubelt nach seinem Treffer zum 0:1.Foto: dapd

Holger Bahra fuchtelte in der Nachspielzeit verzweifelt mit den Armen herum. Der Torwarttrainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union wollte es nicht wahrhaben, dass seine Mannschaft mit 0:1 gegen den Tabellen-Nachbarn SC Paderborn verlieren würde. Der unmittelbar neben Bahra stehende Cheftrainer der Berliner, Uwe Neuhaus, war in diesem Moment dagegen die Ruhe selbst. Neuhaus schien zu ahnen, dass seine Akteure an diesem Tag keinen Treffer mehr zustande bringen würden. Kurz darauf war das Ende von Unions Positivserie mit fünf Spielen ohne Niederlage Gewissheit. Die traditionelle Ehrenrunde im Schritttempo vor 15.738 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei fiel deshalb sehr nachdenklich aus. „Wir hätten in Führung gehen müssen. Wir hatten eine Menge Standardsituationen, die wir nicht gut ausgeführt haben. Wenn man gefühlte 15 Ecken und Freistöße hat, muss man die auch mal in den Strafraum bringen“, sagte Neuhaus. „Paderborn hat 90 Minuten konzentriert gearbeitet. Der Sieg von Paderborn war nicht unverdient, wir hatten aber auch keine Niederlage verdient.“

Der Treffer des Ex-St.-Paulianers Deniz Naki in der 75. Minute sorgte nicht nur für die Entscheidung, sondern auch für großen Ärger bei den Köpenickern, die vergeblich bei Schiedsrichter Harm Osmers aus Hannover Handspiel reklamierten. „Der Ball kam auf uns zu. Naki hat ihn mit der Hand mitgenommen und dann ein sensationelles Tor geschossen, das man auch nur einmal im Leben erzielt“, sagte der in dieser Szene mit Naki im Zweikampf befindliche Außenverteidiger Patrick Kohlmann. „Niederlagen kommen immer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Wenn man kein Tor schießt, sollte man wenigstens 0:0 spielen.“ Union muss vor dem DFB-Pokalspiel am Mittwoch bei Drittligist Offenbacher Kickers und dem nächsten Auswärtsspiel am Sonntag bei Dynamo Dresden auf jeden Fall die erste Niederlage nach drei Heimsiegen in Folge schnell abhaken.   

Auch Fabian Schönheim, der nach dem Absitzen seiner Rotsperre aus der Partie gegen Energie Cottbus (3:1) für Roberto Puncec in die Innenverteidigung gerückt war, wirkte frustriert. „Wir hatten uns vorgenommen, zu gewinnen. Wir haben es jedoch versäumt in der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten Hälfte einen Treffer zu erzielen, sagte Schönheim, der mit 75 Prozent gewonnener Zweikämpfe der robusteste Fußballer auf dem Platz war. „Für mich war es ein klares Handspiel von Naki. Leider hat der Schiedsrichter es nicht gesehen.“

Naki, der in der Vorwoche beim 1:1 gegen  St. Pauli sein erstes Saisontor erzielt hatte, lobte in der Mixedzone die tolle Atmosphäre im Stadion An der Alten Försterei. Von einem Handspiel erzählte er freilich nichts, auch wenn einige Unioner mit ihrer Version durch das Fernsehen bestätigt wurden. „Ich habe den Ball halb mit dem Spann, halb mit der Pike und halb mit dem Außenrist getroffen“, beschrieb Naki seinen Heber zum 1:0. „Wir haben die drei Punkte glücklich mitgenommen.“   

Bis zum Rückstand war Union am Drücker, wenngleich Paderborn durch Tobias Kempe, Deniz Yilmaz und Mario Vrancic fast die besseren Gelegenheiten besaß. Doch wenn für Union im Laufe des Spiels Simon Terodde, Adam Nemec Patrick Kohlmann und Christopher Quiring vorher eine ihrer Möglichkeiten genutzt hätten, wäre die Partie möglicherweise anders ausgegangen.

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