Union-Spieler Mario Eggimann : "Wir Familienväter halten zusammen"

Union Berlins Neuzugang Mario Eggimann spricht vor dem Saisonauftakt gegen den VfL Bochum im Interview über die Ambitionen beim 1. FC Union, Ottmar Hitzfeld und soziale Netzwerke.

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Kaum in Köpenick - schon Vizekapitän: Mario Eggimann.
Kaum in Köpenick - schon Vizekapitän: Mario Eggimann.Foto: Harald Ottke

Herr Eggimann, können Sie mit Druck umgehen?

Sehr gut sogar. Ich habe damit kein Problem. Warum?

Sie spielen mit dem 1. FC Union am Sonntag im Stadion An der Alten Försterei gegen den VfL Bochum (15.30 Uhr). Dessen Trainer Peter Neururer zählt Union genau wie viele andere Kollegen zu den Mitfavoriten um den Aufstieg in die Bundesliga. Ist das nicht irgendwie auch belastend?

Nein. Jeder ambitionierte Klub schiebt die Favoritenrolle erst einmal den anderen zu. So läuft das nun mal. Ich denke, Köln, Kaiserslautern, Fürth und Düsseldorf werden das Niveau in der Liga bestimmen. Auch Bochum könnte dabei sein, wenn es um die vorderen Plätze geht. Uns sehe ich ein wenig hinter diesen Teams.

Hinter dem VfL Bochum? Herr Eggimann, das klingt aber sehr nach Understatement.

Bochum hat am Ende der vergangenen Saison gezeigt, was sie leisten können. Der Verein war viele Jahre in der Bundesliga, hat eine große Tradition und viele Fans. Die wollen sicher nicht ewig in der Zweiten Liga festhängen.

Das gleiche könnte man über den 1. FC Union sagen.

Wir wissen, dass die Erwartungshaltung gestiegen ist. Das neue Stadion, die erfahrenen Neuzugänge und nicht zuletzt unsere Vorbereitung ohne Niederlage. Aber das alles garantiert nicht den Aufstieg.

Sie sind bereits mit dem Karlsruher SC aufgestiegen. Was braucht es, um am Ende oben zu stehen?

Vor allem eine gute Mischung. Sportlich wie menschlich. Es braucht Spaßvögel und Leute, die auch mal auf den Tisch hauen. In Karlsruhe waren wir eine Gruppe junger Kerle, alles Singles, die fast jeden Tag etwas zusammen unternommen haben. Bei Union sind wir jetzt eher eine Gruppe von Familienvätern, die zwar nicht mehr jeden Tag zusammen raus gehen, aber trotzdem über ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl verfügen. Am Ende kommt es aber vor allem auf eines an: Qualität.

Daran hat es beim 1. FC Union zuletzt vor allem im Defensivbereich gemangelt.

Das kann man so nicht sagen. Auf dem Feld muss die Balance zwischen den Mannschaftsteilen stimmen, sonst ist die Abwehr das schwächste Glied in der Kette. Verteidigen ist genauso Mannschaftsaufgabe wie angreifen.

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