Union-Stürmer John Jairo Mosquera : „Ich werde bald wieder treffen“

In der Hinrunde traf er nur zweimal, jetzt soll es zum Rückrunden-Auftakt ausgerechnet gegen seinen Ex-Club Alemannia Aachen besser werden. Mit dem Tagesspiegel sprach Unions Stürmer John Jairo Mosquera über Torflauten, Trainer Uwe Neuhaus und seine Shoppingvorliebe.

John Jairo Mosquera, 22, startet heute mit dem 1. FC Union gegen seinen alten Verein Alemannia Aachen im Stadion An der Alten Försterei in die Rückrunde zur Zweiten Liga (18 Uhr, live bei Sky).
John Jairo Mosquera, 22, startet heute mit dem 1. FC Union gegen seinen alten Verein Alemannia Aachen im Stadion An der Alten...Foto: picture alliance / dpa

Señor Mosquera, auf dem Fußballfeld tragen Sie gelb-schwarze Schuhe. Ein Zufall?

Ich verstehe nicht. Wieso?

Gelb und Schwarz sind die Vereinsfarben ihres Ex-Vereins Alemannia Aachen. Gegen diese Mannschaft starten Sie heute in die Rückrunde zur Zweiten Liga.
(lacht). Ach so, deshalb. Na warten wir mal ab. In der vergangenen Saison habe ich in Aachen zwei Tore geschossen. Vielleicht bringen mir meine Schuhe ja erneut Glück.

Es heißt, Sie haben generell einen Spleen für Schuhe. Nicht nur auf dem Fußballplatz.
Spleen ist übertrieben, aber ich gehe gern einkaufen, wenn Sie das meinen. Schuhe, Hosen, Hemden, alles mögliche. Am liebsten mit meiner Frau. Jetzt wundern Sie sich, oder?

Ein wenig.
Viele Männer gehen nicht so gern mit ihrer Frau shoppen. Ich genieße es dagegen, mit ihr Zeit zu verbringen. Seit sie bei mir in Berlin wohnt, fühle ich mich hier noch wohler.

Ansonsten ist nicht viel über Sie und Ihr Privatleben bekannt. Sie leben sehr zurückgezogen. Ungewöhnlich für einen jungen Fußballprofi von 22 Jahren.
Finden Sie? Ich muss nicht jeden Tag in der Zeitung stehen. Es lenkt nur ab, wenn man ständig in der Öffentlichkeit steht. Dass kann ich nicht gebrauchen. Ich konzentriere mich voll und ganz auf den Fußball und auf Union.

Die Hinrunde lief nicht so erfolgreich. Bisher haben Sie als Stürmer erst zwei Tore gemacht. Ärgert Sie das?
Sehr sogar. Ich bin damit überhaupt nicht zufrieden. Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich so eine schlechte Phase durchmache. Sonst habe ich immer getroffen.

Chancen hatten Sie genug...
Richtig, aber wenn es nicht läuft, will der Ball einfach nicht ins Tor gehen. Ganz egal, was man probiert. Aber ich bin mir sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich wieder regelmäßig Tore schieße.

Obwohl Sie so selten treffen, hält Trainer Uwe Neuhaus an Ihnen fest. Sind Sie darüber selbst überrascht?
Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Trainer einem Spieler so sehr vertraut. Dafür bin ich auch dankbar. Für mich ist Uwe Neuhaus der beste Trainer, den ich bisher in meiner Karriere hatte. Er redet viel mit den Spielern und weiß, wie er mit jedem Einzelnen umzugehen hat. Das unterscheidet ihn von vielen Anderen.

Sie müssen es wissen. Sie haben schon bei acht Vereinen in fünf Ländern gespielt.
Ich bin wirklich viel herumgekommen: Kolumbien, Moldawien, Argentinien, Dänemark, Deutschland. Für einen Spieler in meinem Alter ist das ungewöhnlich. Aber ich habe überall etwas gelernt und an Erfahrung gewonnen.

Sicher nicht nur im positiven Sinne...
...Enttäuschungen gehören dazu, gerade im Fußball. Aachen war sicherlich so eine negative Erfahrung. Dort habe ich kaum gespielt, es hat nicht gepasst. Auch Moldawien war nichts für mich.

Inwiefern?
Als ich 13 Jahre alt war, bekam ich ein Angebot von Sheriff Tiraspol. Ich bin dann hingeflogen und habe mir alles angeschaut. Aber nach ein paar Tagen wusste ich, dass das nichts für mich ist. Ich war noch jung und habe schnell Heimweh bekommen.

Sie sollten als 13-Jähriger in der ersten Mannschaft von Tiraspol spielen?
Ja, ich war damals körperlich schon recht weit für mein Alter. Im Nachhinein kommt mir das aber selbst verrückt vor.

Sie sind dann zurück nach Kolumbien und haben dort mit 14 bereits in der ersten Liga gespielt.
Das war unbeschreiblich. Noch heute denke ich jeden Tag daran. Das Stadion in Bogota war brechend voll, allein die Stimmung: pure Gänsehaut. Das Gefühl beim Einmarsch werde ich nie vergessen.

Kurz darauf wechselten Sie zu River Plate, einem der größten Klubs in Südamerika. Später ging es dann zu Werder Bremen. Würden Sie rückblickend sagen, Kolumbien zu früh verlassen zu haben?
Schwer zu sagen. Darüber denke ich auch nicht nach. Ich konzentriere mich nur auf die Gegenwart. Ich will möglichst viele Tore schießen und dabei helfen, den Klassenerhalt mit Union zu sichern.

Sie spielen in der Rückrunde auch um einen neuen Vertag. Ihr Arbeitsverhältnis beim 1. FC Union endet im Juni diesen Jahres. Wollen Sie bleiben?
Ich bin von Werder Bremen nur ausgeliehen, das ist richtig. Aber ich hoffe, dass ich bei Union bleiben kann. Ich fühle mich hier sehr wohl und würde gern so lange bleiben, wie es möglich ist.

Das Gespräch führte Sebastian Stier.

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