Union-Torwart Jan Glinker : Neue Reife beim Publikumsliebling

Knapp ein Jahr nach seinem bislang letzten Einsatz steht Unions Ersatztorhüter Jan Glinker am Sonntag gegen den FSV Frankfurt wieder zwischen den Pfosten.

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Einsatz in Mainhattan: Am Sonntag darf Unions Ersatztorwart Jan Glinker beim FSV Frankfurt ran. Zum ersten Mal seit rund einem Jahr.
Einsatz in Mainhattan: Am Sonntag darf Unions Ersatztorwart Jan Glinker beim FSV Frankfurt ran. Zum ersten Mal seit rund einem...Foto: dpa

Es ist erst zehn Tage her, da hatte Jan Glinker keinen Redebedarf. Der Ersatztorhüter des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union wollte nichts zu seiner sportlichen oder neuen privaten Situation seit der Geburt seiner Tochter sagen. Vor dem Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt am Sonntag (13.30 Uhr) hat sich die Lage grundlegend verändert. Der 29 Jahre alte Torwart ist zurück aus dem Off, weil sich Stammkeeper Daniel Haas im Training an der linken Schulter verletzte und rund zwei Wochen pausieren muss. „Als es am Dienstag im Training passiert ist, sah es gar nicht so schlimm aus. Erst am Donnerstag habe ich erfahren, dass Daniel nicht spielen kann“, sagte Glinker vor seinem bevorstehenden Saisondebüt.

Sein letztes Pflichtspiel erlebte der seit 2001 für Union spielende Glinker beim 5:4-Erfolg gegen Hansa Rostock am 25. April 2012. In der Sommerpause kam Daniel Haas von Erstligist TSG Hoffenheim als neue Nummer eins, weil Trainer Uwe Neuhaus auf der Torhüterposition eine „deutliche Weiterentwicklung“ sehen wollte. Den erhofften mittelfristigen Aufstieg in die Bundesliga traut Neuhaus Glinker wohl nicht zu, der sich in den letzten Jahren einige Fehler geleistet hatte und zwischenzeitlich von Marcel Höttecke verdrängt worden war.

Der Publikumsliebling und Union-Fußballer der Jahre 2007, 2008, 2009 und 2012 verstaubte fortan auf der Ersatzbank. Nicht mal im DFB-Pokal durfte Glinker ran, der bislang 246 Pflichtspiele für Union absolvierte „Es war eine neue Situation für mich, die nicht zufriedenstellend ist. Der Trainer hat sich auf Daniel festgelegt“, sagte Glinker. „Das habe ich akzeptiert. Ich kann mich nur weiter im Training empfehlen. Wenn Daniel ausfällt, muss ich mich zeigen.“

Glinker war auf dem Platz über Jahre zu ruhig, und in Konkurrenzsituationen fehlte ihm die Lockerheit. Das hat sich spürbar geändert. Mit Haas verbindet ihn eine Freundschaft. Glinker ist gereift, erst recht seit der Geburt seiner Tochter. „Man setzt jetzt auch andere Prioritäten“, sagt er. Über seine Zukunft macht sich der Torhüter, dessen Vertrag wie der seines Konkurrenten Haas bis 2014 läuft, keine Sorgen. „Momentan zählt nur das Spiel in Frankfurt“, meint Glinker. Als Ersatztorwart ist eine Weiterbeschäftigung beim 1. FC Union sicher denkbar. Denn so richtig weg aus Berlin will Glinker, der derzeit für seine Familie in Ahrensfelde ein Haus bauen lässt, auch nicht mehr.

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