Sport : Union und die Lust am Stadionbau

Karsten Doneck

Berlin - Wann der erste Spaten ins Erdreich sticht, steht erst vage fest. Noch in diesem Jahr soll es passieren, aber in welchem Monat, ist völlig ungewiss. Allerdings liegt der Termin wohl eher zum Jahresende hin als schon im Sommer. „Es sind noch diverse Verträge zu schließen“, sagt Dirk Zingler eher ausweichend. Zingler ist Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Union und als solcher ist er bemüht, das marode Stadion Alte Försterei, die Heimstätte des Klubs, gründlich zu renovieren. Schon Heiner Bertram, vom Aufsichtsrat am 9. Oktober 2003 des Präsidentenamtes enthoben, hatte im Zusammenhang mit dem Stadion kühne Visionen. Entstanden sind seither ausschließlich – Luftschlösser.

Nun gibt es also einen neuen Vorstoß in Köpenick. Alles wie gehabt: Private Investoren stünden bereit, das nötige Geld zu geben, heißt es. In einem ersten Schritt sollen noch in diesem Jahr die Arbeiten an der Haupttribüne begonnen werden. Diese soll, neugestaltet und vollständig überdacht, in ein Multifunktionsgebäude integriert werden. Der Spaß allein kostet acht bis zehn Millionen Euro. Das zweite Bauvorhaben, die Renovierung und Überdachung der Stehplätze, soll 2006 folgen. Nach dem Umbau wird das Stadion 22 000 Zuschauer fassen, die Sitzplatzkapazität bleibt mit 3500 recht bescheiden.

Die Frage ist, ob eine kostenintensive Renovierung der Alten Försterei Sinn macht. Der 1. FC Union als Hauptnutzer des Stadions steht schließlich vor dem Abstieg in die Viertklassigkeit, muss mit einem rapiden Rückgang der Zuschauerzahlen rechnen. Doch solche Argumente hält Zingler für kleinkariert. „Wir schaffen da etwas für die Zukunft“, sagt er. „So eine Investition ist ja immer sehr langfristig angelegt, das rechnet sich über 20, 30 Jahre.“ Zingler scheut nicht davor zurück, dem Verein im Falle des Abstiegs nur ein kurzes Oberliga-Dasein zu prophezeien. Die Rückkehr in die Regionalliga und sogar in die Zweite Liga seien mittel- und langfristig die Ziele. Auch so ein Luftschloss?

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