Union - Unterhaching 0:1 : Eisern warten

Union verliert 0:1 gegen Unterhaching und muss sich mit dem Aufstieg in die Zweite Liga noch gedulden. Es ist die erste Niederlage seit dem 8. November 2008.

Karsten Doneck
1. FC Union Berlin - Spvgg Unterhaching
In Schieflage. Unions Stuff fliegt über Unterhachings Rathgeber.Foto: Nordphoto

BerlinDie 10 052 Zuschauer im Jahnsportpark waren in Aufstiegslaune. Um aber wirklich feiern zu können, müssen sie sich noch gedulden. Einen Sieg hätte Fußball-Drittligist 1. FC Union gebraucht, um den Aufstieg in die Zweite Liga schon sechs Spieltage vor Saisonende perfekt zu machen. Doch das offenbar bereits georderte Bier für die am Abend geplante Aufstiegsfeier im Stadion an der Alten Försterei muss zurück in die Kühlräume – bis auf einen neuen Abruf. Eine engagiert kämpfende SpVgg Unterhaching verdarb Union das Vergnügen: Die Bayern, als neuer Tabellenzweiter selbst dem Aufstieg ganz nahe, setzten sich im Spitzenspiel der Liga bei Tabellenführer Union mit 1:0 (1:0) durch. Es war Unions erste Niederlage seit dem 8. November 2008. Auch damals hatten die Köpenicker 0:1 verloren, auch damals gegen Unterhaching.

Nächsten Sonntag spielt Union in Sandhausen

„Es ist unglücklich gelaufen“, sagte Unions Verteidiger Michael Parensen, Aber auch er weiß, dass der Aufstieg bei dem komfortablen Punktevorsprung der Unioner letztlich nur verschoben wurde – um zwei oder im ungünstigsten Fall vielleicht um drei Spieltage. Parensen wählt das Naheliegende: „Jetzt müssen wir den Aufstieg eben in Sandhausen perfekt machen.“ Dort tritt Union am nächsten Sonntag an, ist aber, um auch theoretisch jegliche Zweifel an einem Scheitern auszuschließen, auf die Ergebnisse der Konkurrenz von Unterhaching und SC Paderborn angeweiesen.

Gestern bemühten sich beide Mannschaften im Jahnsportpark von Anfang an um ein temporeiches Spiel. Wobei Union durch die präziseren Aktionen zumindest ein wenig Druck auf den Gegner ausüben konnte. Das freilich änderte sich schlagartig, als Unterhaching durch ein Kopfballtor von Roman Tyce, der lange Zeit höherklassig beim TSV 1860 München gespielt hat, nach 20 Minuten in Führung ging. Union ging danach die Ordnung in der Abwehr für eine Weile völlig verlustig, der Kontrahent kam im Zwei-Minuten-Takt zu drei weiteren hochkarätigen Chancen. Doch Ricardo Villar, Thomas Rathgeber und Anton Fink ließen diese Möglichkeiten ungenutzt und gaben Union damit Gelegenheit, den Schock zu verarbeiten und sich allmählich wieder aufzurappeln.
Die Unterhachinger Fans sind besonders von Anton Fink normalerweise mehr Treffsicherheit gewohnt. Fink führt die Torschützenliste der Liga schließlich mit bisher 18 Saisontreffern an. Unions Trainer Uwe Neuhaus hatte seine Spieler nachdrücklich vor diesem Mann gewarnt. Aber auch Torjäger erwischen mal einen schlechten Tag. So bekam Fink noch vor der Pause eine weitere Möglichkeit. Sein Heber von der Strafraumgrenze über Unions Torwart Jan Glinker hinweg landete ganz knapp neben dem linken Pfosten. Fink wurde sechs Minuten vor Schluss ausgewechselt, allerdings lag das weniger an seiner Leistung als vielmehr daran, dass sich die Gäste in der Schlussphase vor allem um eine Stabilisierung der Abwehr bemühten.

Der 1. FC Union hätte sich sogar über einen höheren Rückstand zur Pause nicht beklagen dürfen - und besaß doch kurz vor dem Gang in die Kabine die Gelegenheit zum Ausgleich. Aber der Kopfball von Kenan Sahin rettete Rathgeber auf der Torlinie. Nach dem Wechsel verlagerte Union das Geschehen nicht nur mehr in die Hälfte des Gegners, sondern fast mehr noch in dessen Strafraum. Unterhachings Torwart Darius Kampa konnte fortan mehrfach zeigen, was er bei ruhmreicheren Klubs wie dem 1. FC Nürnberg und Borussia Mönchengladbach alles gelernt hat. Spätestens bei Kampa endeten alle Offensivbemühungen Unions.
Zudem war Unterhaching gut eingestellt auf die Standards, mit denen Union sonst die Gegner so brillant zu quälen weiß. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass die Gäste in der zweiten Hälfte kaum noch in die Offensive kamen. „Ein kleines bisschen traurig bin ich schon, dass es mit dem Aufstieg noch nicht geklappt hat“, gab Union-Trainer Uwe Neuhaus später zu, weiß aber auch: „Die Welt geht für uns nun nicht unter.“

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