Union verliert erneut : Eine Krise, die keine sein darf

Union wartet immer noch auf den ersten Sieg in dieser Zweitligasaison. "Der Saisonstart ist in die Grütze gegangen", sagt Präsident Dirk Zingler: Er steht dennoch hinter Trainer Uwe Neuhaus.

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Blick in die Wolken. Unions Fabian Schoenheim liegt nach Spielende enttäuscht auf dem Ingolstädter Rasen.
Blick in die Wolken. Unions Fabian Schoenheim liegt nach Spielende enttäuscht auf dem Ingolstädter Rasen.Foto: dapd

Beim Auslaufen des 1. FC Union am Samstag gab es einen traurigen Moment, der die Situation des kriselnden Fußball-Zweitligisten irgendwie widerspiegelt. Mittelfeldspieler Felipe Gallegos konnte das Auslaufen einen Tag nach der bitteren 1:2-Niederlage beim FC Ingolstadt nicht auf den eigenen Beinen beenden. Der Chilene war in der Wuhlheide umgeknickt und musste von Co-Trainer André Hofschneider huckepack in die Kabine getragen werden.

Für einige Sekunden machte dies alle Anwesenden sprachlos, auch Trainer Uwe Neuhaus. Der 52-Jährige, der zum ersten Mal seit seinem Amtsbeginn im Sommer 2007 mit Union vier Punktspiele hintereinander verloren hat, wirkte sonst relativ gefasst. Dass das entscheidende Ingolstädter Tor erst in der Nachspielzeit fiel, wurmte ihn natürlich immer noch. „Ob der Gegentreffer in der ersten Minute oder in der Nachspielzeit fällt, ist vom Punktestand her egal“, sagte Neuhaus. „Moralisch verändert es die Situation garantiert. Hätten wir einen Punkt geholt, wäre es ein Anfang gewesen. So haben wir keine Argumente.“

Gegenüber Präsident Dirk Zingler, der wegen eines Fantreffens im Stadion vorbeigeschaut hatte, braucht Neuhaus diese noch nicht. Zingler steht hinter seinem Coach. „Mein Vertrauen zu Uwe Neuhaus ist riesengroß. Je länger wir zusammenarbeiten, desto länger kennt man sich. Desto besser versteht man, was der andere tut“, sagte Zingler. „Ich sehe jeden Tag, wie in der sportlichen Leitung gearbeitet wird. Montags auf die Tabelle zu schauen ist der einfachste Gradmesser. Aber nicht für mich.“

Vor der englischen Woche mit Spielen gegen Köln, Aue und Cottbus will der Präsident von einer Krise nichts wissen. „Für mich ist es eine Krise, wenn der Verein in der Krise ist. Aber der Verein ist so stabil wie noch nie in seiner Geschichte. Dazu hat besonders die sportliche Entwicklung in den letzten Jahren beigetragen“, sagte Zingler. „Fakt ist, das keiner zufrieden ist. Der Saisonstart ist in die Grütze gegangen. Wir sind aber immer noch am Anfang der Saison.“

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