Sport : Union will Alte Försterei kaufen und renovieren

Matthias Koch

Berlin - Dirk Zingler wirkte entschlossen. Dabei verdeckte der Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Union etwas ungeschickt bei der Präsentation mit seinem Körper Teile des großen Fotos mit den Umrissen des neuen Stadions An der Alten Försterei. Die modernisierte Arena soll gänzlich überdacht sein und schon in naher Zukunft rund 23 000 Zuschauern Platz bieten. „Wir stehen unter enormen Zeitdruck. Bis zum 28. Februar brauchen wir Klarheit“, meinte Zingler, der die Kosten des Projektes auf 17 Millionen Euro bezifferte. „Unter den derzeitigen Bedingungen erhalten wir weder vom Deutschen Fußball-Bund noch von der Deutschen Fußball-Liga eine Lizenz für die zweite oder dritte Liga.“

Schon Heiner Bertram wollte in Köpenick ein neues Stadion bauen lassen. Vor allem finanzielle und bürokratische Hürden ließen den einstigen Klubchef scheitern. Zingler glaubt, weiter zu sein, als es Bertram war. „Wir haben dem Land Berlin in den vergangenen Jahren etliche Vorschläge unterbreitet und bereits mit den Fraktionen verhandelt. Wir gehen optimistisch am Montag in die Sitzung des Sportausschusses.“ Erst auf dieser will sich auch Innensenator Ehrhart Körting zum Problem von Union äußern. Der SPD-Politiker überzeugte sich gestern vom maroden Zustand des 1920 erbauten Stadions. „Wir waren mit Senator Körting auch auf den Stehplatzrängen“, sagt Zingler. Dort dürfte Körting gesehen haben, dass jedes Spiel für die Zuschauer ein Sicherheitsrisiko bedeutet. Die Treppen sind ausgelatscht und bröckeln teilweise. Die Abstände von einer Stufe zur nächsten sind immer unterschiedlich. Im Prinzip ist schon ein Torjubel gefährlich, bei dem die Masse in Wallung kommt. Auch in den anderen Bereichen des Stadions sieht es nicht viel besser aus.

Nachdem die Stadt Berlin bereit ist, dem Verein das Stadiongelände für den symbolischen Preis von einem Euro zu überlassen, soll sie auch einen Teil der Arena-Modernisierung bei laufendem Spielbetrieb in Höhe von 3,2 Millionen Euro übernehmen. 1,8 Millionen Euro will der Klub selbst aufbringen. Zwölf Millionen Euro Fremdkapital müssten Banken und Investoren aufbringen. Lediglich der Zuschuss durch die Hauptstadt sei der Knackpunkt, so Zingler. Bis auf Filmrechtehändler Michael Kölmel namentlich noch nicht benannte Investoren würden dagegen bereitstehen.

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