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Kommentar : Union darf nicht mauern

21.11.2012 19:36 Uhrvon
Was fürs Herz: Unions Präsident Dirk Zingler. Foto: dpaBild vergrößern
Was fürs Herz: Unions Präsident Dirk Zingler. - Foto: dpa

Unions Präsident Dirk Zingler redet wieder von einer "Entscheidung des Herzens", um den Fans einen schwer durchschaubaren Deal zu erklären. Doch ganz so einfach ist es nicht, meint Robert Ide in seinem Kommentar.

Das Stadion An der Alten Försterei ist den Unionern eine Herzensangelegenheit. Das konnte Berlin erkennen, als viele Fans des Köpenicker Zweitligisten in ihrer Freizeit selbst Hand anlegten, um aus einem bröselnden DDR-Stadion eine moderne Fußballarena mit Stehplatzatmosphäre zu errichten. Damit hat Union bleibende Werte erschaffen – sogar bleibende Sympathiewerte bei manchen Hertha-Fans.

Nun spricht Unions Präsident Dirk Zingler wieder von einer „Entscheidung des Herzens“, um den Fans einen schwer durchschaubaren Deal zu erklären: Drei Hauptgesellschafter der Stadiongesellschaft, darunter eine Firma Zinglers, haben ihre Aktienpakete an der Stadiongesellschaft fast vollständig an den 1. FC Union übertragen – ihr Wert beläuft sich auf 1,4 Millionen Euro.

Dafür nehmen sie Gegenwerte in Anspruch, die nicht umgehend zu Lasten des Budgets gehen: Sponsoringverträge und Darlehen. Kurz gesagt hat sich Union damit ein wenig Gegenwart aus der Zukunft herausgekauft.

Der 1. FC Union Berlin e. V. hält nun die Mehrheit an seinem Stadion. So schön das klingt, erklärungsbedürftig bleibt vieles: Wie hoch sind die finanziellen Risiken für die Stadiongesellschaft, etwa durch den Bau der neuen Haupttribüne, die öffentlich nicht mehr gefördert wird? Schließlich hat nun der Verein mehrheitlich die Risiken zu schultern.

Auf ihrer anstehenden Versammlung müssen die Kleinaktionäre des Stadions, darunter viele Union-Fans, mal darüber informiert werden, wer eigentlich bei Union wen kontrolliert. Denn in der Stadiongesellschaft bestellt der Aufsichtsrat – an der Spitze steht Zingler, der gleichzeitig Vereinspräsident ist – einen Vorstand: der besteht aus einem Präsidiumsmitglied des Vereins und dem Geschäftsführer des Vereins – beide sind auch dort eng mit Zingler verzahnt. Unabhängig agieren und auch kontrollieren kann so eigentlich niemand. Dabei ist gerade dies wichtig in Angelegenheiten, die einem am Herzen liegen.

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