Sport : Unions Chifon trifft wieder ins Tor…

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Berlin. Vor Überraschung wäre ihnen fast der Kaffeebecher aus der Hand gefallen. Als die Verantwortlichen des Zweitligisten 1. FC Union, der gestern ein Testspiel gegen den Verbandsligisten Harburger TB 4:2 gewann, am Mittwochnachmittag ihre Suche nach dem verschwundenen Ferdinand Chifon auf das Internet ausdehnten, förderte der Mausklick auf die Homepage von Pogon Stettin schier Unglaubliches zu Tage. Der 26-jährige Fußballprofi, der am Sonntag unerlaubt aus dem Trainingslager in Schneverdingen abgehauen war, soll am Dienstag in der zweiten Mannschaft seines ehemaligen Klubs Pogon Stettin ein Trainingssspiel gegen Chemic Police bestritten und dabei zwei Tore erzielt haben. „Es gibt dafür noch keine Bestätigung. Sollte das aber stimmen, werden wir sofort den DFB und die Uefa einschalten. Von uns hatte er jedenfalls keine Gastspielgenehmigung“, sagte Unions Pressesprecher Lars Töffling.

Präsident Heiner Bertram lotet derweil die juristischen Konsequenzen aus Chifons Fehlverhalten aus. Der Kameruner hatte erst Ende Mai bei Union einen Einjahresvertrag unterschrieben mit einer Option für ein weiteres Jahr. In der polnischen Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ war aber bereits darüber spekuliert worden, dass Chifon noch in dieser Woche zu Pogon Stettin zurückkehren werde. In Stettin lebt auch seine Freundin.

Den polnischen Erstligisten hatte Chifon im Sommer vorigen Jahres Richtung Köpenick verlassen. Er war von Stettin zunächst nur für ein Jahr an Union ausgeliehen worden. Da aber die Polen Chifon noch ein paar Monatsgehälter schuldeten, kaufte sich der Stürmer durch Verzicht auf das ihm zustehende Geld im Sommer dieses Jahres frei. So war er ablösefrei und konnte bei Union einen Vertrag bekommen.

Wahrscheinlich ist, dass Chifon jetzt seinen Rausschmiss bei Union provozieren will. Nach einer Vertragsauflösung wäre er indes erneut ablösefrei. Und das liegt kaum im Interesse des 1. FC Union. Karsten Doneck

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