Unions Heimsieg gegen Cottbus : Die Försterei wird zur Festung

Union gewinnt gegen Energie Cottbus zu Hause und hat damit aus der Englischen Woche sieben von neun möglichen Punkten geholt. Doch im nächsten Spiel muss erneut die Abwehr umgestellt werden.

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Geschlossen zum Erfolg. Union feiert sich nach dem Heimsieg gegen Cottbus.
Geschlossen zum Erfolg. Union feiert sich nach dem Heimsieg gegen Cottbus.Foto: dapd

Der möglicherweise goldene Oktober hat für die Kicker des Zweitligisten 1. FC Union schon zwei Tage früher begonnen. Nach dem 3:1-Erfolg gab Trainer Uwe Neuhaus seinen Spielern am gestrigen Sonntag und heutigen Montag frei. Die englische Woche mit drei Spielen in neun Tagen hatte geschlaucht und nach sieben von neun möglichen Punkten sollten die Köpenicker entspannen. „Wenn man gewinnt, ist vieles richtig. Jetzt wollen wir uns auf das nächste Spiel am Freitag in Hamburg konzentrieren“, sagte Neuhaus. „Wir wollen weiter so verfahren, und von Spiel zu Spiel denken – auch wenn wir jetzt im Mittelfeld stehen. Gegen St. Pauli wird es ein schwieriges Spiel.“

In diesem muss erneut die Abwehr umgestellt werden, weil Fabian Schönheim nach einer von Schiedsrichter Deniz Aytekin als Notbremse gewerteten Attacke am Cottbuser Angreifer Boubacar Sanogo des Feldes verwiesen worden war. Schönheim hatte in jüngster Zeit sehr viel Pech. In Ingolstadt (1:2) fiel nach seinem Fehlpass der spielendscheidende Gegentreffer in der Nachspielzeit. Am Mittwoch in Aue fälschte er eine Flanke der Erzgebirgler ins eigene Tor zum 1:1-Endstand ab. Nun die Rotsperre. Trainer Uwe Neuhaus spürt jedoch, dass die Mainzer Leihgabe sportliche Rückschläge ganz gut wegstecken kann. „Ich glaube, Fabian ist stabil. Wir müssen nur für die nächste Woche eine andere Lösung finden.“

Den Dreh wieder raus hat offensichtlich Simon Terodde. Erst wollte sich wochenlang überhaupt kein Erfolgserlebnis in der Liga einstellen. Doch mit seinen beiden Toren, die sowohl in Aue als auch gegen Cottbus per Kopf die 1:0-Führung brachten, knüpft der Ex-Kölner wieder an die acht Treffer in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit an. „Ob der Knoten geplatzt ist, weiß ich nicht. Ich habe vorher auch gut gearbeitet und versucht, meine Mitspieler einzusetzen. Aber selbst kam ich nicht zu Torchancen“, sagte Terodde. „Jetzt wurde ich in Aue und gegen Cottbus zwei Mal von Torsten Mattuschka gut bedient. Ich musste den Ball nur über die Linie drücken.“

Terodde lobte auch den Slowaken Adam Nemec, obwohl der wieder ohne Tor geblieben war. „Adam ist sehr kopfballstark. Da kann man immer auf den zweiten Ball spekulieren, der zu 90 Prozent durchkommt“, sagte Terodde, der in den kommenden Wochen nach dem zweiten Heimsieg in Folge vor allem auf das Stadion An der Alten Försterei setzt. „Es war Wahnsinn. Allein wie die Anhänger uns in der letzten Viertelstunde gepuscht haben. Die Alte Försterei soll wieder eine Festung werden, nach dem wir die ersten beiden Spiele gegen Hertha und Braunschweig verloren hatten“, meinte Terodde. „Die Gegner müssen hierhin kommen und Angst haben.“ Vor allem wenn der Oktober so golden wird, wie der September aufgehört hat.

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