Unions Innenverteidiger : Daniel Göhlert: Der Ewige wird verzichtbar

Verteidiger Daniel Göhlert ist beim 1. FC Union nicht mehr erste Wahl. Gegen 1860 München hofft er dennoch auf einen Einsatz von Beginn.

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Augen zu und durch. Daniel Göhlert durchlebt beim 1. FC Union gerade eine schwierige Zeit.
Augen zu und durch. Daniel Göhlert durchlebt beim 1. FC Union gerade eine schwierige Zeit.Foto: dpa

Im Laufe einer Saison wiederholt sich beim 1. FC Union normalerweise die immer gleiche Geschichte. Ein Spieler bekommt auf seiner Position einen neuen Konkurrenten vorgesetzt, er gilt beim Kampf um einen Stammplatz als chancenlos und weil er schon so lange im Verein ist, heißt es, seine Zeit wäre nun endgültig abgelaufen. Am Ende der Spielzeit hat er sich dann aber zum allgemeinen Erstaunen doch durchgesetzt und öfter auf dem Feld gestanden, als viele seiner Kollegen. Dann kommt die Sommerpause, mit ihr ein neuer Konkurrent und alles beginnt von vorn.

Der Fußballspieler, um den es hier geht, heißt Daniel Göhlert. Seit 2006 steht er beim 1. FC Union unter Vertrag, ist mit dem Verein von der Regional- bis in die Zweite Liga aufgestiegen und hat sich bisher trotz scheinbar übermächtiger Konkurrenten immer durchgesetzt. Wegen seiner Standhaftigkeit rufen sie ihn bei Union den „ewigen Göhlert“, doch nun könnte es sein, dass die Geschichte ein Ende findet. Heute empfängt der 1. FC Union im Stadion An der Alten Försterei 1860 München (ab 18 Uhr im Live-Ticker bei Tagesspiegel.de). Siebenter gegen Sechster, ein Duell zweier Teams, die nach oben schielen und wo der Sieger noch ins Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga eingreifen könnte. Für Daniel Göhlert entscheidet sich bei diesem Spiel dagegen ein Stück weit, wie es mit ihm bei Union weitergeht. Spielt er, könnte die Geschichte vom „ewigen Göhlert“ auch in dieser Saison aktuell bleiben. Wenn nicht, sieht es für ihn schlecht aus.

Göhlert setzte sich immer durch, doch inzwischen vertraut ihm Trainer Neuhaus nicht mehr

Dabei ist die Situation eigentlich wie für den 31-Jährigen gemacht. Stammkraft Christoph Menz darf nach seiner Roten Karte in Bochum nicht spielen, er wird Union wie die verletzten Christopher Quiring und Torsten Mattuschka fehlen. In der Vergangenheit ist Göhlert in solchen Fällen immer eingesprungen, doch inzwischen vertraut Uwe Neuhaus ihm nicht mehr grenzenlos. Vor zwei Wochen, als Menz schon einmal ausfiel, besetzte Unions Trainer die zweite Innenverteidigerposition neben Christian Stuff mit dem eigentlichen Mittelfeldspieler Michael Parensen. Neuhaus begründete seine Entscheidung mit Parensens Schnelligkeitsvorteilen. Die Münchener verfügen auch über einen schnellen Mann, Benjamin Lauth heißt der und ist genau wie der Dresdener Stürmer Mickael Poté vor zwei Wochen sehr flink.

Gut möglich, dass Göhlert, zu dessen Stärken das Stellungsspiel und nicht der Antritt zählt, wieder draußen bleiben muss. „Ich bin körperlich wieder bei hundert Prozent und biete mich im Training an“, sagt Göhlert. „Mehr kann ich nicht machen.“ Verletzungen hatten ihn die halbe Hinrunde gekostet, in dieser Zeit fiel er in der internen Innenverteidiger-Hierarchie bei Union auf den vierten Platz ab. Zählt man inzwischen Michael Parensen dazu, hat sich an Göhlerts Position in der Rangliste nicht viel geändert. „Ich werde mich weiterhin reinhängen und um meine Chance kämpfen“, sagt Daniel Göhlert. Wann und vor allem ob die in dieser Saison noch kommt, ist allerdings fraglicher als je zuvor.

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