Unions Mittelfeld : Die drei von der Schaltstelle

Björn Jopek, Baris Özbek und Torsten Mattuschka brillieren bei Union Berlin im Mittelfeld. "Für den Gegner war es schwierig, drei spielstarke Mittelfeldspieler auf einmal zuzustellen. Gerade wenn sie abwechselnd in die Mitte ziehen", sagte Mattuschka.

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Glücklich in der Mitte: Unions Torsten Mattuschka wird nach dem 2:0 gefeiert.
Glücklich in der Mitte: Unions Torsten Mattuschka wird nach dem 2:0 gefeiert.Foto: dpa

Die Zahlen konnten unmöglich stimmen. Und so vermutete mancher Berichterstatter einen Tippfehler, als er den Zettel mit den Spieldaten ausgehändigt bekam. Dort waren nach 90 einseitigen Zweitliga-Minuten zwischen dem 1. FC Union und Erzgebirge Aue Werte aufgelistet, wie man sie sonst nur aus Spanien kennt. 76 Prozent Ballbesitz und noch beeindruckender: 87 Prozent angekommene Pässe auf Seiten der Berliner.

Selten hatte der 1. FC Union in dieser Saison ein Spiel so sehr dominiert wie am Freitagabend. Beim 3:0-Sieg kombinierten sich die Berliner mit Spielwitz und Kreativität immer wieder vor das gegnerische Tor. Aue hatte große Probleme, überhaupt an den Ball zu kommen, so sicher präsentierten sich die Gastgeber bei ihren Zuspielen. Dafür verantwortlich waren in erster Linie Baris Özbek, Björn Jopek und Torsten Mattuschka. Die drei technisch starken Mittelfeldspieler standen nach der Winterpause erstmalig gemeinsam in der Startelf, ihr Wirken bereicherte Unions Spiel merklich. Jopek und Özbek waren nominell als offensive Außenspieler aufgeboten, zogen aber immer wieder in die Mitte, um Mattuschka beim Spielaufbau zu unterstützen. So hatte Jopek bereits zur Halbzeit sechseinhalb Kilometer zurückgelegt. Ein überragender Wert – an normalen Tagen kommen Spieler in der Zweiten Liga im ganzen Spiel auf acht bis zehn Kilometer.

In der Vergangenheit hatte Unions Trainer Uwe Neuhaus immer wieder versucht, Mattuschka durch einen weiteren Kreativspieler zu entlasten. Das ging selten gut. Ob Santi Kolk oder Tijani Belaid, niemand schien so recht zu Unions Kapitän zu passen. Oft stand man sich gegenseitig auf den Füßen.

Mit dem 19 Jahre alten Jopek und Özbek war das anders. Die drei harmonierten hervorragend. Neuhaus hatte dafür eine einfache Erklärung: „Weil sie gute Fußballer sind“, sagte Unions Trainer. Torsten Mattuschka war ebenfalls angetan von seinen zwei Mitspielern. „Wir haben uns gut ergänzt. Für den Gegner war es schwierig, drei spielstarke Mittelfeldspieler auf einmal zuzustellen. Gerade wenn sie abwechselnd in die Mitte ziehen“, sagte der Torschütze zum 2:0. Die anderen Treffer erzielten Adam Nemec und Michael Parensen.

Vor einer Woche bei der 0:2-Niederlage in Köln hatte es Union noch an Kreativität gemangelt. Mattuschka fehlte krankheitsbedingt, Özbek saß zu Beginn nur auf der Bank. Unions Winterzugang wird indes von Woche zu Woche fitter. Am Freitag hielt er bis eine Viertelstunde vor Schluss durch, ehe er entkräftet ausgewechselt wurde.

Neben Özbek wurden auch Jopek und Mattuschka von Trainer Neuhaus frühzeitig erlöst. Alle drei hatten ihre Aufgaben mehr als erfüllt.

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