Unions Präsident im Interview : Dirk Zingler: „Schön bescheiden bleiben“

Präsident Dirk Zingler spricht im Tagesspiegel-Interview über die Zukunft des 1. FC Union.

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Dirk Zingler, 44, ist seit fünf Jahren Präsident des 1. FC Union Berlin. Den Aufstieg genoss der Baustoffunternehmer gestern mit...

Herr Zingler, hätten Sie vor dieser Saison eigentlich darauf gewettet, dass der 1. FC Union am Ende aufsteigt?



Nein, sicher nicht. Zu dem Zeitpunkt haben wir uns auch ganz bewusst zurückgehalten. Wir haben erst einmal analysiert, was überhaupt machbar ist. Im Oktober 2008 waren wir dann allerdings davon überzeugt, dass wir es schaffen können.

Galt diese Saison nicht ursprünglich noch als Aufbaujahr, als Jahr des Hineinschnupperns in die Dritte Liga?

Vor zweieinhalb Jahren im Winter haben wir ja schon zu ein paar einschneidenden Maßnahmen, vor allem im Personalbereich, gegriffen und gesagt: Wir konzentrieren uns jetzt auf die Entwicklung der ersten Männermannschaft und verlagern deshalb auch unseren Etatschwerpunkt noch mehr dorthin. Wenn man allein die sportliche Entwicklung betrachtet, lagen wir mit unserem Handeln wohl nicht verkehrt. Alles verläuft planmäßig: Wir haben uns für die Dritte Liga qualifiziert und nun den Aufstieg in die Zweite Liga geschafft. Dass wir allerdings mit dieser Souveränität und mit diesem Abstand durch die Dritte Liga durchkommen, das hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Was ist denn vom 1. FC Union sportlich als Nächstes zu erwarten?

Wir behalten unsere Linie bei: Mannschaft und Verein werden Stück für Stück weiterentwickelt. Auf die Zweite Liga sind wir gut vorbereitet.

Und das leidige Thema der Finanzen?

Durch die Fernsehgelder ist die wirtschaftliche Situation in der Zweiten Liga erheblich einfacher als in der Dritten Liga. Am Ende dieser Saison gehe ich davon aus, dass wir einen ausgeglichenen Etat präsentieren werden.

Das heißt: Es wäre auch genügend Geld vorhanden, um sich für die Zweite Liga die nötigen Verstärkungen zu holen?

Einen Teil der Mehreinnahmen werden wir auch in den sportlichen Bereich investieren, aber wir stecken nicht das ganze Geld nur in Beine. Wir haben 19 Spieler für die neue Saison unter Vertrag. Vier, fünf Neue sollen noch dazukommen – Leute, die das Niveau auch anheben.

Wie lautet das sportliche Nahziel?

Schön bescheiden bleiben. Als Aufsteiger können wir erst einmal nicht mehr als den Klassenerhalt wollen. Natürlich wollen wir in fünf bis acht Jahren auch Derbys gegen Hertha BSC spielen – aber das muss mittelfristig unser Ziel sein.

Das Gespräch führte Karsten Doneck.

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