Sport : Unions Stadion wird zur Baustelle Auch bei Energie Cottbus wird umgebaut

Matthias Koch

Berlin/Cottbus - Es wurde schon mal heftig geschwitzt in der Heimstätte des 1. FC Union – von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends. Denn die Alte Försterei ist seit gestern eine Baustelle. Schon im Morgengrauen rollten beim 1. FC Union die ersten Lastkraftwagen mit Material an. Als die Sonne zu brennen begann, wurde die Großbaustelle des Stadions An der Alten Försterei offiziell eröffnet. 55 freiwillige Mitglieder des Köpenicker Fußballvereins und rund 15 Bauprofis waren zum Auftakt erschienen. „Dass wir jetzt tatsächlich damit beginnen, das Stadion umzubauen, ist ein Traum“, fand Union-Präsident Dirk Zingler. Ein jahrelanger Streit um die Finanzierung liegt hinter dem Fußball-Drittligisten. Nun geht es doch voran im Berliner Fußball-Osten, wenn auch mithilfe der Fans.

In der ersten Bauphase sollen innerhalb von knapp drei Monaten die drei Stehplatztribünen betoniert und mit Wellenbrecheranlagen versehen werden. Inklusive der vollen Überdachung der drei Bereiche sollen dazu 2,5 Millionen Euro nötig sein, die von den vier Firmen der Stadionbetreibergesellschaft getragen werden. Gestern waren die Arbeiter bei brütender Hitze erst einmal damit beschäftigt, Werbebanden, Zäune und Wellenbrecher zu entfernen. Zu den freiwilligen Enthusiasten gehörte auch Mathias Jurgan. Der 44-Jährige ist im echten Leben selbstständiger Elektroinstallateur. Doch für den 1. FC Union stellt er seinen Job erst einmal zurück. „Ich gehe seit 35 Jahren in die Alte Försterei. Wenn man die Möglichkeit hat, an der Modernisierung des Stadions mitzuhelfen, ist das eine tolle Sache“, sagte Jurgan.

Während Männer mit Kreissägen Zäune bearbeiteten, schaute auch Christian Beeck nach dem Rechten. Zwei Tage nach dem verpassten Aufstieg in die Zweite Liga mochte der Manager noch nicht über die neue Saison sprechen. „Jetzt machen wir erst mal Urlaub. Es ist noch zu früh, ein Ziel für die neue Dritte Liga auszurufen, in der noch niemand gespielt hat“, sagte Beeck. „Auf jeden Fall müssen wir einen Torhüter, einen Mittelfeldspieler und einen Stürmer holen.“

Doch nicht nur bei Union, sondern auch einige Kilometer südlich von Berlin wird seit gestern an einem Stadion gewerkelt: Bei Energie Cottbus weiß man dagegen ganz genau, dass es auch im nächsten Jahr in der Ersten Bundesliga nur um den Klassenerhalt geht – im verschönerten Stadion. Gestern erfolgte im Stadion der Freundschaft der Spatenstich für die neue Südtribüne. Sie wird im Gästebereich 1557 Steh- und 740 Sitzplätze sowie für die Energie-Fans 1464 Sitz- und 1799 Stehplätze aufweisen. Die Gesamtkapazität des Stadions reduziert sich nach dem Umbau in der Sommerpause leicht auf 22 558 Zuschauer. Doch der Komfort steigt. Die dafür notwendigen drei Millionen Euro zahlt der Klub aus der Lausitz allein. Sie sollen aber nicht aus dem Etat für die Lizenzspielerabteilung abgezwackt werden.

„Dass wir bald eine geschlossene Arena besitzen, macht uns stolz“, sagte Manager Steffen Heidrich gestern nach dem Spatenstich. Erst vor einem Jahr war die Nordwand im Stadion fertiggestellt worden, die ebenfalls drei Millionen Euro verschlang. „Das ist nicht einfach für uns als kleinen Verein“, weiß Heidrich. Zumal auch die 1988 errichtete Westtribüne neue Klappsitze erhält.

Es geht aufwärts im Fußballosten, wenn auch Stück für Stück.

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