Unions Torwart Daniel Haas : Mein Haus, mein Verein – und mein Vertrag?

Unions Torhüter Daniel Haas geht es wie seinem Klub: Er hängt in der Schwebe – und neue Arbeitspapiere hat er auch noch nicht. Spätestens im Mai wird sich Trainer Uwe Neuhaus entscheiden müssen, ob er mit Haas als Nummer eins oder zwei in die Zukunft gehen will.

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Quälendes Warten. Die Zukunft von Torwart Daniel Haas beim 1. FC Union ist ungewiss.
Quälendes Warten. Die Zukunft von Torwart Daniel Haas beim 1. FC Union ist ungewiss.Foto: Imago

„Bitte beachtet den neuen Look“, sagte Christian Arbeit, der Pressesprecher des 1. FC Union, am Montagvormittag. Soeben war Daniel Haas vor die Fragesteller getreten, und rein äußerlich sah der Torhüter des Fußball-Zweitligisten nicht viel anders aus als sonst. Mal abgesehen von seinen Haaren, die beim Auslaufen gehörig durcheinander geraten waren. Einen Tag nach dem 1:1-Unentschieden der Köpenicker bei der Spielvereinigung Greuter Fürth wirkte Haas aber noch immer enttäuscht. „Ich trauere auf jeden Fall den verlorenen Punkten hinterher“, sagte Haas, „aber das ist ja das Thema der letzten Wochen.“ Im Frankenland hatte Union erneut die Chance besessen, zu den Aufstiegsplätzen aufzuschließen, „und wir haben es wieder verpasst“, sagte Haas.

Bei einem Sieg wären die Köpenicker bis auf drei Zähler an den Tabellenzweiten Fürth herangerückt. Doch wie schon beim vorletzten Auswärtsspiel beim FC St. Pauli (1:2) verspielte die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus eine 1:0-Führung. „Im Gegensatz zu Pauli haben wir wenigstens etwas mitgenommen. Uns fehlt es in solchen Momenten, dass wir auch mal das 1:0 über die Zeit kriegen“, erklärte Haas. „Das war in Hamburg so, da haben wir noch verloren. Es fehlt, dass wir das zweite Tor nachlegen und das Spiel über die Bühne bekommen.“

Auch wenn Union zum dritten Mal in Serie sieglos blieb und von den letzten 13 Begegnungen nur drei Partien gewinnen konnte, hat sich Haas vom Thema Aufstieg offenbar noch längst nicht verabschiedet. „Wir haben noch viele Spiele gegen direkte Konkurrenten, in denen wir Punkte klauen können. Das erste am Freitag gegen Paderborn. Da muss einfach ein Dreier her“, sagte Haas. „Ich schiele aber überhaupt nicht auf einen bestimmten Platz. Es geht darum, dass wir wieder auf eine positive Schiene kommen nach den vielen liegen gelassenen Punkten.“

So wie sein Klub befindet sich auch Unions Torhüter im Schwebezustand. Seine persönliche Situation in Köpenick ist ungeklärt. Haas ist zwar seit Sommer 2012 die unumstrittene Nummer eins. Von 59 möglichen Zweitligapartien verpasste er nur eine wegen einer Schleimbeutelentzündung in der Schulter. Sein unterlegener Konkurrent Jan Glinker muss im Sommer den Verein verlassen. Doch auch Haas steht noch ohne gültiges Arbeitspapier für die kommende Saison da. „Natürlich beschäftigt das mich. Es geht nicht nur um mich, es geht auch um meine Familie“, sagt der zweifache Familienvater. „Wer hier eine genaue Aussage will, muss sich an höhere Instanzen wenden.“

An Haas liegt es wohl nicht, dass sein Vertrag noch nicht verlängert ist. Was in einem Gespräch mit Unions Sport-Geschäftsführer Nico Schäfer herausgekommen ist, wollte er nicht verraten. „Ich kann so viel sagen, dass ich nicht pokere“, sagte der Torsteher, der Union nicht als Durchgangsstation sieht. In seinem Haus in Brandenburg will er bleiben. „Wir hatten deutlich langfristiger geplant, als wir hergekommen sind“, sagt Haas. „Von daher haben wir nicht die Not. Aber ich würde mir in nächster Zeit Klarheit wünschen.“

Spätestens im Mai wird sich Trainer Uwe Neuhaus entscheiden müssen, ob er mit Haas als Nummer eins oder zwei in die Zukunft gehen will. Bis dahin hat der Torhüter Zeit, mit einigen Paraden im Aufstiegskampf auf sich aufmerksam zu machen.

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