Unmut bei Hertha-Fans : „We try, we fail, we...“ – Hertha-Ultras haben genug

Das Verhältnis zur Klubführung ist gestört, die Anhänger von Hertha BSC fühlen sich nicht Ernst genommen. Vor dem Ingolstadt-Spiel versucht Trainer Dardai das Thema zu befrieden.

Einige Hertha-Fangruppen fühlen sich vom Verein nicht mehr Ernst genommen.
Einige Hertha-Fangruppen fühlen sich vom Verein nicht mehr Ernst genommen.Foto: www.hertha-inside.de

Es hatte bestimmt gute Gründe, weshalb Michael Preetz am Donnerstag entgegen der Gepflogenheit der Pressekonferenz fern blieb. Und so war es an Trainer Pal Dardai ein Thema einzufangen, welches als heikel, weil sensibel gilt.

Vor einer Woche hatten die drei Ultra-Fangruppen aus der Ostkurve, die Harlekins Berlin, Dynamic Supporters und die Hauptstadtmafia, in einem Brief die Geschäftsführung von Hertha BSC wissen lassen, dass sie den Dialog einstellen. Sie würden sich als Anhänger nicht mehr Ernst genommen fühlen. Zugleich fordern sie ein Umdenken des Vereins. Am selben Tag äußerte sich Geschäftsführer Preetz diesbezüglich: „Ich kann nur sagen, was seit Jahren so ist und auch weiter gilt: Unser Gesprächsangebot steht. Es ist für uns kein Weg, nicht miteinander zu kommunizieren.“

In der Zwischenzeit ist nicht kommuniziert worden. Es dürfte interessant zu beobachten sein, ob und wie Herthas Fan-Kurve am Samstag gegen Ingolstadt beim ersten Heimspiel des Jahres reagiert, zudem der Verein nur rund 35 000 Zuschauer erwartet.

Marketing-Kampagne richtet sich nicht gegen traditionelle Fans

Im Hintergrund schwelt eine Verstimmung, die ihren Ursprung im vorigen Sommer hat. Herthas Führung hatte dem Verein eine neue Imagekampagne („We try, we fail, we win“) verpasst, die bei vielen Fans nicht gut ankam. Zudem stören sich große Teile des Anhangs an einer „verunglückten“ Ausrüstung des Teams: dem pinken Auswärts-Ausweichtrikot und den orangenen Trainingsjacken sowie den Überlegungen, dass bei der Suche nach einem Standort für ein neues Fußballstadion nicht an der Stadtgrenze Schluss sein muss. Bereits zum ersten Saisonheimspiel im August 2016 stand auf einem Transparent in der Ostkurve: „Vom Traditionsverein zum Marketingschwein – Hertha lass das Hipstern sein!“.

Recht bald hatte Herthas Geschäftsführer Preetz zugegeben, dass man die Marketing-Kampagne hätte besser kommunizieren können, dass sie sich aber nicht gegen traditionelle Fans richtet.

Pal Dardai versuchte nun in der ihm gegebenen Art das Thema zu befrieden. Ohne die Unterstützung durch die Fans hätte Hertha als heimstarke Mannschaft keine 30 Punkte geholt. „Wir brauchen traditionelle Fans und auch neue – wir versuchen es besser zu machen“, sagte er. Denn ohne Fans mache es einfach keinen Spaß: „Es ist wichtig, dass die Mannschaft die Unterstützung spürt. Das ist wie früher in der Schule: Wenn die Mädchen geguckt haben, hast du mehr gegeben.“

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