• Unser Blog zum Bundesliga-Wochenende: Hertha BSC schleppt sich durch die Rückrunde
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Unser Blog zum Bundesliga-Wochenende : Hertha BSC schleppt sich durch die Rückrunde

Außerdem: Schneckenrennen um Europa. Eintracht Frankfurt trennt sich von Armin Veh. Darmstadt 98 steht so schlecht da wie nie. Bremens Zlatko Junuzovic droht zusätzliche Sperre

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Traurig im Abgang. Für Hertha BSC war am Sonntag beim Hamburger SV nichts zu holen.
Traurig im Abgang. Für Hertha BSC war am Sonntag beim Hamburger SV nichts zu holen.Foto: dpa

16.20 Uhr - Hertha BSC sucht die Frische. Fußballfans, das ist keine ganz neue Erkenntnis, neigen zum Überschwang, im Guten wie im Schlechten (Fußballjournalisten im Übrigen auch). Hertha BSC hat am Sonntag 0:2 beim Hamburger SV verloren - der Weltuntergang ist also nah.

Fußballtrainer versuchen der allgemeinen Aufregung in der Regel einen nüchternen Realismus entgegenzusetzen. Pal Dardai sprach also nach der Niederlage beim HSV von einem „Tag, wo wir nicht mal traurig sein sollen“. Seine Mannschaft sei einfach schlecht und die Niederlage deshalb verdient gewesen. „Was wir wollten, konnten wir nicht durchsetzen“, sagte Dardai. „Hier war nix drin, nix.“

Man könnte nun denken, dass der gemeine Hertha-Fan nach zwei Siegen zuvor (in Köln und gegen Frankfurt) gnädig gestimmt gewesen wäre. Nach einer insgesamt erfreulichen Spielzeit geht die Kritik auch lange noch nicht ins Persönliche, wie es in der Vergangenheit schon mal der Fall war; aber ich habe das Gefühl, dass die aktuellen Darbietungen Herthas (nur zehn Punkte und sieben Tore aus den acht Spielen der Rückrunde) inzwischen mit einem latenten Zweifel unterlegt sind. Nur der Tabellenletzte Hannover 96 hat seit der Winterpause weniger Tore geschossen als Hertha. Die Leichtigkeit der Hinrunde ist futsch, auch die Frische, körperlich wie geistig. Der „Kicker“ hat das an Kapitän Fabian Lustenberger und Dauerläufer Vladimir Darida festgemacht, die beide noch die Form der Hinrunde und ihren Rhythmus suchten.

In unserem Online-Forum sind ähnliche Urteile zu finden. „Die Mannschaft wirkt derzeit alles andere als fit“, heißt es da. Oder: „Die Mannschaft wirkt schlapp.“ Sie wird als „kraftlos, ideenlos und zaghaft“ beschrieben. Und: „Von der so hochgejubelten Fitness ist wohl nichts mehr übrig.“ Oder: „Die Mannschaft wirkt merkwürdig ausgebrannt, sowohl körperlich wie auch mental.“

Wie schon in der Vergangenheit hatte Hertha Probleme, das Niveau über eine komplette englische Woche mit drei Spielen (in diesmal immerhin zehn Tagen) aufrecht zu erhalten. Bis zum nächsten Spiel gegen den ersten Verfolger sind es auch nur fünf Tage. Aber vielleicht ist es gar nicht der Körper, der unter der Belastung leidet, vielleicht ist es der Geist. Pal Dardai hat gesagt: „Oben mitzuspielen ist Kopfsache.“

Borussia Mönchengladbach: Beendet Martin Stranzl seine Karriere?

15.30 Uhr - Nachrichten-Update: Der Mainzer Giulio Donati ist nach seiner Tätlichkeit gegen den Darmstädter Sandro Wagner für drei Spiele gesperrt worden. +++ Pech für alle Radio- und Fernsehreporter: Der Bundesligaspieler mit dem unaussprechlichsten Namen - Jeffrey Gouweleeuw (etwa Chaueleju) - fehlt nur ein Spiel, nachdem er sich im Spiel Augsburg gegen Leverkusen in letzter Minute regelwidrig als Torhüter betätigt hatte. +++ Im Berliner Olympiastadion haben die Abrissarbeiten begonnen.

Der Rasen (bzw. das, was von ihm übrig geblieben ist, wird abgetragen. Zum Spitzenspiel gegen Schalke gibt es einen Teppich. +++ Borussia Mönchengladbach hat für morgen Mittag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Teilnehmer: Sportdirektor Max Eberl und Martin Stranzl. Es gibt zwei Möglichkeiten, worum es bei dieser Veranstaltung gehen wird: Entweder (nicht sehr wahrscheinlich) verkündet Eberl, dass der aktuell verletzte Stranzl, 35 Jahre alt, seinen Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert. Oder (sehr wahrscheinlich) Stranzl verkündet, dass er seine Karriere umgehend beenden wird.

14.00 Uhr - Schneckenrennen um Platz drei. Keine Saison ohne Schneckenrennen. Diesmal duellieren sich die Weichtiere im Kampf um die Europapokalplätze. Oder, um es mal politisch auszudrücken: Die Idee Europa befindet sich in einer tiefen Krise, auch in der Fußball-Bundesliga. Will denn wirklich niemand international spielen? Sogar die Deutsche Presseagentur schreibt: „Die Aussicht auf die Champions League und die damit verbundenen Garantie-Einnahmen scheinen die Kandidaten eher zu lähmen als zu beflügeln.“

Es geht in der Champions League immerhin um sichere 20 Millionen Euro. Und auch die Europa League verspricht zumindest eine Menge Renommee, gerade für Klubs wie Hertha BSC oder Mainz 05, die viele vor der Saison eher im Abstiegskampf vermutet hätten. Und was hat Vedad Ibisevic, Herthas Stürmer, nach der 0:2-Niederlage der Berliner in Hamburg gesagt: „Ich hoffe, wir können jetzt aufhören mit diesem ganzen Europatraum.“

Klar, in Hamburg kann man schon mal verlieren, selbst wenn man Ambitionen auf den Europapokal hat. Ist den Gladbachern vor drei Wochen auch passiert (sonst aber lange keinem mehr). In Hamburg ist nämlich ein Auswärtsspiel, und Auswärtsspiele können die Gladbacher nicht mehr. Der letzte Sieg in der Fremde (bezeichnenderweise bei Hertha BSC) datiert vom 31. Oktober. Inzwischen haben etliche Gladbach-Fans ihren Kleiderschrank wahrscheinlich schon auf links gedreht, um zu gucken, ob sich noch irgendwo das „Auswärtsdeppen“-T-Shirt findet, das vor ungefähr zehn Jahren ein echter Renner in der Szene war. Könnte man in zwei Wochen ja mal wieder anziehen, wenn es zum Auswärtsspiel nach Schalke geht.

Von der Qualität ihres Kaders müssten die Gladbacher, derzeit Sechster, zwar nicht zwingend weiter oben stehen; von der Qualität ihres Kaders aber müssen sie zwingend zumindest vor Hertha BSC und dem FSV Mainz 05 stehen. Aber dafür fehlt ihnen in dieser Saison einiges: die defensive Stabilität und die Konstanz. Zwei Pflichtspielsiege hintereinander sind ihnen Ende November gelungen. „Wenn du nur zu Hause gewinnst und auswärts nichts holst, spielst du nicht international“, hat Borussias Kapitän Granit Xhaka nach der 1:2-Niederlage am Wochenende in Wolfsburg schon mal vorab verkündet. „Wir müssen momentan nicht nach oben schauen.“

Bietet sich übrigens nicht nur für die Gladbacher an. Es ist schon bezeichnend, dass der VfL Wolfsburg plötzlich wieder mitmischt im Kampf um die internationale Pläzte; dass der FC Schalke 04 nach zwei Siegen in der englischen Woche als Muster an Beständigkeit gilt - vor einer Woche, nach einem dünnen 0:0 beim Abstiegskandidaten Frankfurt, schienen sich die Schalker ebenfalls in einer tiefen Krise zu befinden. So wie jetzt Bayer Leverkusen. Die Leverkusener waren nach 21 Spieltagen Dritter, nach 25 Spieltage - oder drei Niederlagen und ein glückliches Unentschieden später - sind sie nur noch Achter.

Als Beleg für die Krise der Europapokalanwärter hier die Platzierungen der Kandidaten in der Rückrundentabelle: Vierter (Mainz), Fünfter (Schalke), Achter (Wolfsburg), Neunter (Gladbach), Zehnter (Hertha) und Zwölfter (Leverkusen).

Eintracht Frankfurt: Letzte Rettung Trainerwechsel

11.50 Uhr - Vehs Rückkehr war eine Farce. Der große Vorteil der Darmstädter ist, dass Eintracht Frankfurt in der Tabelle unmittelbar hinter ihnen liegt. Der große Nachteil ist, dass die Frankfurter am Sonntag ihren Trainer Armin Veh entlassen haben, unter dem es zuletzt verlässlich nach unten ging. Die Vereinsführung um den Vorstandschef Heribert Bruchhagen erhofft sich vom neuen Trainer noch einmal neue Impulse im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga, nachdem die Mannschaft nach nunmehr sieben Spielen ohne Sieg immer weiter Richtung Tabellenende geschlittert ist und Veh nur noch einen nicht richtig greifbaren Wird-schon-irgendwie-gut-gehen-Eindruck erweckt hat.

Der große Taktikexperte Karl Marx hat einmal behauptet, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen, „das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce“. Man mag vielleicht darüber streiten, ob Armin Veh als große weltgeschichtliche Person durchgeht; dass seine zweite, nur 265 Tage währende Amtszeit bei den Frankfurtern eine Farce war, wird kaum jemand bestreiten. Es scheint fast so, als hätte es Veh darauf angelegt zu beweisen, dass Karl Marx doch Recht gehabt hat. Denn so ähnlich wie in Frankfurt ist es für ihn ja auch nach bei seiner Rückkehr zum VfB Stuttgart gelaufen, den er einst zum Meistertitel geführt hatte. Schon nach wenigen Wochen schmiss Veh von sich aus hin, weil er glaubte, dem Glück des Vereins irgendwie im Wege zu stehen. In Frankfurt ist ihm diese Entscheidung nun abgenommen worden. Nach dem 0:0 gegen Aufsteiger Ingolstadt hat die Klubführung das „Ende einer aufgewärmten Beziehung“ („FAZ“) beschlossen.

Über den roten Teppich in den Keller. Armin Veh konnte den Absturz der Frankfurter nicht mehr stoppen.
Über den roten Teppich in den Keller. Armin Veh konnte den Absturz der Frankfurter nicht mehr stoppen.Foto: dpa

Ein Blick in die Zeitungen von heute zeigt, dass die Entscheidung nicht allzu kontrovers begleitet wird. Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt: „Vehs zweites Engagement in Frankfurt hatte heiter begonnen. Beide Parteien kannten und mochten sich, doch möglicherweise war es etwas zu viel der Nähe, der Bund schien eher auf Sympathie als auf sportlichen Erfordernissen zu gründen. Der legendär lässige Veh sorgte zwar für entspannte Stimmung, die harte Arbeit aber trat hinter diese Priorität zurück. Als es wegen schlechter Resultate nicht mehr angezeigt war, das gute Leben auch am Trainingsplatz zu zelebrieren, konnte er nicht umsteuern.“

So schön wie beim ersten Mal ist es für Veh weder in Stuttgart noch bei der Eintracht gewesen, die er aus der Zweiten Liga direkt in den Europapokal geführt hatte. „Armin Vehs erneute Verpflichtung war von Anfang an ein Fehler gewesen, das würde im Laufe der Saison immer deutlicher“, heißt es im Eintracht-Blog der „Frankfurter Rundschau“. „ Die Verpflichtung war der bequeme Weg für die, die in der Verantwortung standen.“

Nach seinem Scheitern in Frankfurt wird vermutlich schwer für Armin Veh, noch einmal auf diesem Niveau als Trainer zu arbeiten; und es wird vermutlich auch schwer für die Eintracht, den Abstieg aus der Bundesliga zu verhindern - egal wer Vehs Nachfolger wird. Laut „Frankfurter Rundschau“ ist die Personalie bereits geklärt, möglicherweise wird sie noch im Laufe des Tages verkündet. Einstweilen werden die üblichen Verdächtigen genannt: Tayfun Korkut, Markus Gisdol, Jos Luhukay, Jens Keller. Christoph Daum wäre auch noch frei. Aber das war jetzt wirklich nur ein blöder Scherz.

Darmstadt 98: So schlecht wie noch nie in dieser Saison

10.30 Uhr - Der Kampf gegen die Vorurteile. Bleiben wir noch einen Eintrag beim SV Darmstadt 98. Der Aufsteiger hat am Sonntag einen weiteren Achtungserfolg gefeiert. 0:0 beim Rekordsiegerbesieger Mainz 05, der Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga (für alle, die das immer noch nicht mitbekommen haben). Ein weiterer wichtiger Punkt gegen den Abstieg. Dass die Darmstädter als Underdog meine Sympathien genießen, habe ich schon in der ersten Ausgabe dieses Blogs in dieser Saison geschrieben: „Man muss kein Nostalgiker sein, um sich über die Rückkehr des Klubs in die Bundesliga zu freuen. Man muss nur ein Freund des Sports sein.“ Allerdings war auch da schon klar, dass es für die Darmstädter ein langer und steiniger Weg bis zum Klassenerhalt werden würde. Trotz Hannover 96.

Mit aller Macht gegen den Abstieg. Darmstadt (hier mit Sandro Wagner und Peter Niemeyer, von rechts) wehrt sich - auch gegen die Vorurteile.
Mit aller Macht gegen den Abstieg. Darmstadt (hier mit Sandro Wagner und Peter Niemeyer, von rechts) wehrt sich - auch gegen die...Foto: dpa

So schön ein Unentschieden in Mainz ist (die Darmstädter können mal in Mönchengladbach, Leverkusen oder Schalke nachfragen): Es hat nicht verhindert, dass der Aufsteiger auf Platz 15 zurückgefallen ist. So schlecht stand die Mannschaft in der ganzen Saison nicht da. Nur noch zwei Punkte sind es bis zum Relegationsplatz. Die Darmstädter werden jetzt - auch wenn sie das vermutlich vehement dementieren werden - mehr denn je gegen die allgemeinen Vorurteile anspielen. Das Vorurteil lautet: Am Ende wird es den Darmstädtern gehen wie Greuther Fürth, Eintracht Braunschweig und dem SC Paderborn – die auch alle irgendwie mitgehalten haben, am Ende aber den Abstieg nicht verhindern konnte.

Ich dachte, man könnte diese Gefahr auch mit harten Zahlen belegen - wenn man sich nämlich mal anschaut, wie die Situation für Fürth, Braunschweig und Paderborn am 25. Spieltag war. Darmstadt (26 Punkte, Platz 15) steht aktuell besser da als diese drei Vereine in der Vergangenheit. Paderborn war mit 23 Punkten Sechzehnter, Braunschweig (18 Punkte) und Fürth (14) jeweils Letzter. Wenn Darmstadt bis zum Saisonende in etwa so viele Punkte holt wie die drei Vorgänger (sieben oder acht), könnte es gerade reichen. Vielleicht aber auch nicht. Eine Überraschung ist diese Erkenntnis für die Darmstädter vermutlich nicht.

Mach et Zlatko - Bremens Junuzovic droht längere Sperre

9.15 Uhr - Auf den Spuren von Otze Ordenewitz. Es ist nicht davon auszugehen, dass Zlatko Junuzovic vom SV Werder Bremen mit dem Namen Frank Ordenewitz etwas anfangen kann, obwohl Ordenewitz ebenfalls einen erklecklichen Teil seiner Karriere bei Werder Bremen verbracht hat. Das Ereignis aber, das ihn nun mit Junuzovic ist eine sozusagen historische Beziehung gesetzt hat, hat Ordenewitz als Profi des 1. FC Köln erlebt.

Es war – Achtung: Opi erzählt jetzt ein bisschen vom Krieg – im Frühjahr 1991, als Ordenewitz und seine Kölner im Halbfinale des DFB-Pokals auf den MSV Duisburg trafen. Der Stürmer des FC hatte im Laufe der Partie seine zweite Gelbe Karte gesehen, die eine Sperre für das Finale zur Folge gehabt hätte. Als abzusehen war, dass die Kölner das Endspiel in Berlin erreichen würden, beging Ordenewitz eine weitere Ordnungswidrigkeit, die ihm Rot einbrachte. Jüngere werden jetzt fragen: Ja, und? Damals war es allerdings noch so, dass Platzverweise wettbewerbsübergreifend galten, dass Ordenewitz seine Strafe also in der Bundesliga hätte absitzen können, im Pokalfinale aber wieder hätte mitwirken können.

Er ist doch noch ein Kind. Zlatko Junuzovic hätte sich besser ein bisschen eingehender mit der Fußballgeschichte beschäftigt.
Er ist doch noch ein Kind. Zlatko Junuzovic hätte sich besser ein bisschen eingehender mit der Fußballgeschichte beschäftigt.Foto: dpa

Durfte er aber nicht. Weil sich die Kölner ihre geniale Idee durch kölsche Geschwätzigkeit wieder selbst zerschossen. Der Ausspruch „Mach et, Otze“ ist selbst Jüngeren möglicherweise noch geläufig; er wurde an jenem Pokalabend geboren. Ordenewitz hatte seinen Trainer Erich Rutemöller kontaktiert, ob er sich tatsächlich Rot abholen solle, woraufhin der mit besagtem Spruch sein Okay gab. Dummerweise ließ Rutemöller die Öffentlichkeit gleich nach dem Spiel via TV-Interview von der grandiosen Idee wissen, was wiederum die Moralwächter des DFB alarmierte. Die modifizierten die bis dahin geltende Regel, vor allem aber sperrten sie Ordenewitz wegen unsportlichen Verhaltes doch noch für das Finale. Das der FC dann übrigens im Elfmeterschießen gegen Ordenewitz’ früheren und Junuzovics aktuellen Klub Werder Bremen verlor.

Womit wir wieder in der Gegenwart und bei Zlatko Junuzovic wären. Bei etwas besserer Kenntnis der Fußballhistorie hätte er vielleich am Samstag, nach dem 4:1-Sieg gegen Hannover 96, einfach die Klappe gehalten. Stattdessen versuchte er sogar noch, seine schändliche Tat in einem moralisch besseren Licht erscheinen zu lassen, weil er sich seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison eben nicht durch eine brutale Grätsche verdient hattte, sondern durch ungefährliches Zeitspiel. Junuzovic fehlt damit am kommenden Wochenende im Spiel gegen die Bayern, das die Bremer aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Bestbesetzung verlieren würden. Sichergestellt ist damit allerdings, dass Junuzovic in allen anderen Spielen im Abstiegskampf zur Verfügung stehen wird.

Diese Masche scheint gerade Schule zu machen. Vor kurzem hat es der SV Darmstadt 98 ähnlich gehalten. Da schafften es sogar fünf Spieler, ihre Gelbsperre auf das Bayern-Spiel zu legen. Was der Tagesspiegel davon gehalten hat, ist in diesem Kommentar nachzulesen. Nur kurz daher noch: Wer solches Verhalten gut heißt, soll bitte nie wieder darüber klagen, wie laaaaaaanweilig die Fußball-Bundesliga inzwischen ist. Wer es gegen die Bayern nicht mal mehr versuchen will, soll fortan einfach die Klappe halten.

Sanktionieren kann man das Verhalten nicht - es sei denn, man meint, man müsse hinterher auch noch damit prahlen. Der DFB-Kontrollausschuss wird jedenfalls heute Ermittlungen gegen Junuzovic und seinen Kollegen Clemens Fritz aufnehmen, der sich seine zehnte Gelbe Karte einhandelte (anschließend aber taktisch schwieg) und damit ebenfalls in München gesperrt ist.
Also, liebe Bremer: Wenn man schon die Darmstädter kopiert, dann richtig. Von denen hat nämlich keiner später was gesagt, obwohl es offensichtlich war, wie sie in den letzten Minuten des Spiels gegen Bayer Leverkusen geradezu um Verwarnungen bettelten. Folglich gab es auch keine weiteren Sanktionen über das Bayern-Spiel hinaus. Bei Zlatko Junuzovic könnte das anders sein.

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