Sport : Unser kleines Ferienlager Sieben Spieler zur EM:

Die Füchse improvisieren.

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Arm in Arm zur EM. Die Schweden Jesper Nielsen und Mattias Zachrisson (rechts) sind zwei von sieben Füchse-Spielern, die zur Europameisterschaft fahren. Foto: Imago
Arm in Arm zur EM. Die Schweden Jesper Nielsen und Mattias Zachrisson (rechts) sind zwei von sieben Füchse-Spielern, die zur...Foto: imago/HochZwei/Angerer

Berlin - Viel Zeit zum Durchschnaufen blieb mal wieder nicht, im Gegenteil. Am Morgen nach dem letzten Pflichtspiel des Jahres gegen Balingen (30:29) warteten auf die Nationalspieler der Füchse Berlin bereits die Flugzeuge, die sie zu ihren jeweiligen Auswahlteams brachten. Mit Pavel Horak, Petr Stochl (Tschechien), Jesper Nielsen, Mattias Zachrisson, Fredrik Petersen (Schweden) sowie Konstantin Igropulo (Russland) und Bartlomiej Jaszka (Polen) entsenden die Berliner sieben Spieler zur EM, die vom 12. bis 26. Januar in Dänemark ausgetragen wird – ein eher unterdurchschnittlicher Wert für ein Spitzenteam aus der stärksten Handball-Liga, was wiederum zwei Gründe hat: Einerseits verfügen die Berliner mit Iker Romero und Denis Spoljaric über zwei Veteranen, die schon länger nicht mehr für ihr Heimatland auflaufen. Andererseits müssen sie ihre deutschen Auswahlspieler nicht abstellen, weil sich die Nationalmannschaft bekanntlich zum ersten Mal in der Geschichte nicht für die EM qualifiziert hat. „Für uns muss das kein Nachteil sein“, sagt Trainer Dagur Sigurdsson.

Der Isländer hat seinem Team nach einem strapaziösen Jahr mit mehr als 60 Pflichtspielen – Länderspiele nicht eingerechnet – zunächst ein paar freie Tage genehmigt. Am 5. Januar startet er dann mit einer kleinen Trainingsgruppe in die Vorbereitung. „Weil wir nur sechs, sieben Spieler haben, die nicht mit ihren Nationalteams unterwegs sind, werde ich die Trainingsgruppe mit jungen Spielern aus der A-Jugend auffüllen“, sagt Sigurdsson. Fabian Wiede wird wiederum fehlen, der nachnominierte 19-Jährige steht vor seinem Länderspieldebüt. Die improvisierte Füchse-Mannschaft soll zwei, drei Trainingsspiele absolvieren und außerdem an einem Turnier teilnehmen. Oberste Priorität, das betont Sigurdsson, besitzt aber eine Personalie: Sven-Sören Christophersen. „Wir müssen ihn unbedingt wieder auf die Beine bringen“, sagt der Isländer, „er hat sich die ganze Hinrunde mit Verletzungsproblemen herumgeschlagen.“

Genau genommen begann die Misere des Rückraumspielers schon vor etwa einem Jahr, bei der Weltmeisterschaft in Spanien. Für das Turnier hatte sich Christophersen gewissermaßen fitgeschont, in Absprache mit seinem Klub ging er leicht angeschlagen in die WM-Endrunde. „Ich hatte ein gutes Gefühl, dass wir das hinbekommen“, sagt Christophersen, „an eine Absage habe ich deshalb nicht gedacht.“ Im Gegensatz zu anderen Nationalspielern wie Holger Glandorf, die trotz leichter Blessuren lieber daheim blieben.

Fakt ist, dass Christophersen seither seiner Form hinterherläuft. Zwar haben die Füchse diesen Umstand mit der Verpflichtung Pavel Horaks weitestgehend kompensiert, „aber es soll natürlich kein Dauerzustand sein, dass Sven-Sören nur 20 Minuten spielen kann“, sagt Sigurdsson. Um Christophersen langsam wieder an die volle Belastbarkeit heranzuführen, will der Coach in der Vorbereitung zur Rückrunde unter anderem auf Paul Drux setzen, einen hochtalentierten A-Junioren. „Er muss uns in dieser Situation helfen“, sagt Sigurdsson, „und ich bin überzeugt, dass er das auch kann.“ Christoph Dach

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