UNSERE Experten : Die ewigen Spanier

215682_0_0e6977ea

Man soll niemandem etwas Schlechtes wünschen. Aber dass den Italienern ihr Cannavaro ausfällt, das kann sich noch als Segen für das gesamte Turnier herausstellen. Nun nämlich sind die Italiener vielleicht gezwungen, ihr Heil in einer anderen Art zu suchen, als im immer gleichen öden, aber leider furchtbar effizienten Stil. Und das eröffnet den anderen Möglichkeiten. Den anderen? Den üblichen. Als da wären die Franzosen. Dann die, jawohl, die Deutschen. Die Holländer, wenn Trainer van Basten es geschafft hat, ihnen zu erklären, dass vor dem schönen Spiel auch mal ein hässlicher Sieg stehen darf. Die Portugiesen – ach nein, die lieber nicht, in die habe ich mich zu oft verliebt, und nie haben sie das Versprechen gehalten. Und die, Obacht, Spanier. Ich weiß, es ist lächerlich, weil man die Spanier immer zu den Favoriten zählt, sie immer der Geheimfavorit sind, so geheim, dass sie es nie selber gemerkt haben. Von der Besetzung her aber sind sie es wieder. Und sie schleppen nicht mehr die alten Probleme mit sich rum. Warum wohl hat Trainer Aragones Raúl daheimgelassen? Weil er mit ihm die Ikone von Real Madrid dabei gehabt hätte, und das hätte wieder den alten königlich-katalanischen Zwist befördert. Der zumindest hindert sie jetzt nicht mehr, groß aufzuspielen.

Es wird, da bin ich mir sicher, ein formidables Turnier werden, so wie auch schon die EM vor vier Jahren formidabel war. Damals gab es leider eine lächerliche Pointe mit dem Triumph der Griechen. Die, bitte, sollte sich nicht wiederholen. Und es wird ein schwieriges Turnier werden, es sind keine Exoten dabei wie bei einer WM, es wird jedes Spiel auf höchstem Niveau unter der allergrößten Anspannung gespielt. Weil jede Mannschaft, auch die vermeintlichen Außenseiter, selbst Österreicher und vor allem die Rumänen, selbst Polen und erst recht die Kroaten sehr ernst zu nehmen sind. Also, wenn ich drei Wünsche frei habe: natürlich den Titel für die deutsche Mannschaft. Und wenn das nicht klappt, dann möchte ich doch dringend mit den Spaniern rechnen wollen. Und drittens: ach nein, Portugal, nein, nein.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben