UNSERE Experten : Ibrahimovic an jedem dritten Fenster

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In Stockholm ist schon vor dem ersten EM-Spiel gegen Griechenland Partystimmung, die ganze Stadt ist gelb-blau geschmückt. Die EM ist das Hauptthema hier in meiner neuen Heimat. Ich spiele ja seit Beginn des Jahres als deutsche Nationaltorhüterin in Stockholm. An jedem dritten Fenster hängt ein Bild von Schwedens Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic. Er hat zwar in der Nationalmannschaft seit Ende 2005 nicht mehr getroffen, aber er ist trotzdem ein Idol und genießt ein unglaublich hohes Ansehen. Jedes Kind spricht von ihm. Dass er das Toreschießen nicht verlernt hat, hat er ja gerade erst bei Inter Mailand gezeigt, als er das Team zum Meistertitel geschossen hat. Er wird bei der EM nach so langer Zeit ohne Länderspieltor besonders motiviert sein. Schließlich gehört es zu einem Weltklassespieler dazu, dass man auch bei einer Europameisterschaft trifft.

Aber auch über Henrik Larsson wird hier viel diskutiert, der hat ja gerade sein drittes Comeback im Nationalteam gegeben. Er ist mit seinen 36 Jahren ja schon ein älteres Semester, wird aber in Schweden sehr respektvoll behandelt. Er ist ja auch ein netter Kerl. Larsson ist vielleicht nicht mehr der Mann für 90 Minuten, kann der Mannschaft aber sicher mit seiner Erfahrung als Leader helfen. Er ist der Mann, der entscheidende Tore machen kann.

Ich habe zwar keinen Fernseher, aber natürlich werde ich mir die EM nicht entgehen lassen. Was den Schweden zuzutrauen ist? Das weiß man bei denen nie so richtig. Erster in ihrer Gruppe werden sie nicht, dazu sind die Spanier zu stark. Aber sie werden mit den Russen um Platz zwei und den Einzug ins Viertelfinale kämpfen. Dazu müssen sie allerdings heute unbedingt Otto Rehhagels Griechen schlagen. Die Stärke der Schweden ist, dass sie aus einer stabilen Abwehr spielen und auch lange Bälle nach vorne schlagen können. Und im Sturm kann Ibrahimovic es dann richten. Die schwedischen Spieler stehen bei Teams aus der ganzen Welt unter Vertrag, die wenigsten sind für schwedische Klubs am Ball. Auch dadurch haben sie international dazugelernt.

Hier kommentieren Marcel Reif, Mirko Slomka, Fredi Bobic, Nadine Angerer und Lars Ricken im Wechsel die EM. Alle Kolumnen unter www.tagesspiegel.de/em2008.

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