Unsere Fragen an den 7. Spieltag : Dicke Luft und Sozialneid

Wo gibt es am Wochenende dicke Luft? Wo wird der Sozialneid bedient? Wo wird der Gast besonders freundlich empfangen? Wo gibt es kein Spitzenspiel?

Sven Goldmann
Teuer. In Deutschland, den da verdient Sidney Sam (am Ball) 4 Millionen, doch in Madrid, da verdient der Kroos noch viel mehr. Foto: dpa/Gambarini
Teuer. In Deutschland, den da verdient Sidney Sam (am Ball) 4 Millionen, doch in Madrid, da verdient der Kroos noch viel mehr.Foto: dpa/Gambarini

Wo gibt es am Wochenende dicke Luft?

In Frankfurt. Zum einen, weil dort der FC Bayern dort gastiert. Entscheidender aber ist zum anderen, dass die Frankfurter Ultras diesem Spiel ebenso wenig beiwohnen dürfen wie dem zehn Tage später im DFB-Pokal gegen den FC Ingolstadt. Beide Male muss der Fanblock leer bleiben. So hat es das DFB-Sportgericht verfügt, nachdem Frankfurter Ultras vor ein paar Wochen im Rahmen der ersten Pokalrunde Raketen auf die Kombattanten des 1. FC Magdeburg abgefeuert hatten. Gegen diese Kollektivbestrafung wollen die Ultras vor dem Stadion demonstrieren. Nicht auszuschließen, dass sie ihren Antrag auf Rehabilitation mit Raketen ausleuchten.

Wo wird der Sozialneid bedient?

Auf Schalke. Deutschlands liebstes Boulevardblatt hat die Gehaltserhöhung für Toni Kroos in Madrid dazu genutzt, eine deutsche Geldrangliste aufzustellen. Weit hinter Weltstar Kroos (Platz 1, Jahresgehalt: 20 Millionen Euro), aber noch vor dessen möglichem Nachfolger Joshua Kimmich (Platz 41, 3 Millionen) findet sich der Schalker Sidney Sam (Foto), notiert auf Platz 23 mit einem jährlichen Einkommen von 4 Millionen Euro. Dafür hat er in dieser Saison exakt null Minuten gespielt. Im Schalker Fanblock dürften die Smartphones glühen, beim Lösen der schönen Rechenaufgabe, was der Stürmer für 90 Minuten Füße-auf-die Couch-legen kassiert, während die Kollegen in Augsburg malochen. War schon ziemlich gemein von Sam, dass er die Schalker 2014 mit vorgehaltenem Maschinengewehr zwang, ihm einen Vierjahresvertrag ans Sofa zu reichen.

Wo wird der Gast besonders freundlich empfangen?

In Augsburg. Nicht dass sie dort mit Schalke im Allgemeinen besonders viel anfangen könnten, aber im Besonderen wollen Mäzene würdig empfangen werden, und drei Millionen Euro sind auch in Zeiten immer höher dotierter Fernsehverträge nicht zu verachten. So viel hat Schalke im Sommer nach Augsburg überwiesen, um Markus Weinzierl aus seinem Vertrag herauszukaufen. Soll keiner sagen, in Gelsenkirchen werde nur in Füße auf der Couch investiert. Im Optimalfall kann sich die Ablöse noch erhöhen, auf bis zu fünf Millionen Euro, wenn denn Schalke bis zum Vertragsende 2019 nur oft genug die Champions League erreicht. Kleiner Tip an Augsburgs Manager Stefan Reuter: Diese Summe sollten Sie kurzfristig eher nicht einplanen.

Wo gibt es kein Spitzenspiel?

Beim Lieblingsfeind der Schalker, den sie bekanntlich in Lüdenscheid-Nord verorten. Dort tritt am Freitag der Zweite (Hertha BSC) beim Dritten (Borussia Dortmund) an, aber von der Tabelle lässt sich Pal Dardai nicht terrorisieren. Herthas Trainer hat im „Kicker“ darauf hingewiesen, zu einem Spitzenspiel gehörten auch zwei Spitzenteams, er selbst gebiete lediglich über „eine gute Mannschaft". Nach Absprache mit Dardai hat der BVB entschieden, für das Spiel gegen Hertha keinen Top-Zuschlag zu erheben. Den gibt’s nur gegen Spitzenmannschaften aus München, Gladbach, Leverkusen. Oder Herne-West.

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