Sport : Unsichtbare Fortschritte

Unter Mirko Votava bessert sich die Stimmung bei Union

Karsten Doneck

Berlin. Von einem vorzeitigen Trainerwechsel versprechen sich Fußball-Klubs in aller Regel drei Dinge: Punkte, Punkte, Punkte. Dieser Effekt blieb beim 1. FC Union jedoch bisher aus. Ein 0:3 in Aachen, ein 1:1 daheim gegen Eintracht Frankfurt – das ist die Ausbeute des neuen Trainers Mirko Votava. Jedenfalls der sichtbare Teil seiner Bilanz. Es gibt aber noch einen anderen, nicht messbaren Teil, einen, der die Stimmung im Kader betrifft. Votava selbst sieht in diesem Bereich eine positive Entwicklung. Er sagt: „Die Spieler reißen sich zusammen, sie versuchen mit aller Macht, aus der Misere herauszukommen.“ Das ist auch bitter nötig nach acht Punktspielen ohne Sieg und dem Pokal-Aus in Unterhaching. Eine Niederlage heute beim LR Ahlen könnte zur Folge haben, dass sich Union nach diesem Spieltag auf einem Abstiegsplatz wiederfindet.

Ein Umstand, der Votava nicht übermäßig erschreckt. „Ist das in Ahlen vielleicht schon unser letztes Spiel?“, fragt Votava leicht gereizt. „Über die Frage mit dem Abstiegsplatz können wir uns dann unterhalten, wenn es so weit ist.“ Auch die Mannschaft gibt sich kämpferisch. „Wir müssen doch nur das, was uns der Trainer sagt, jetzt auch mal auf dem Platz umsetzen“, sagt Unions Kapitän Steffen Menze. Dem Abwehrspieler hat Votava nach eher durchwachsenen Leistungen gegen alle Kritiker demonstrativ die Treue gehalten. Auch Menze registriert einen Stimmungswandel im Kader. Der frühere Trainer Georgi Wassilew beobachtete bei den Übungseinheiten oft schweigend in gebührender Distanz das Treiben im Training. Votava dagegen ist mittendrin statt nur dabei. „Er spricht viel, gibt klare Anweisungen“, lobt Menze. Reden ist das eine, Fußball spielen und Punkten das andere. Union hat vor der Winterpause noch drei Spiele: auf Ahlen folgt das Heimspiel gegen den VfB Lübeck, danach geht es zu Eintracht Braunschweig.

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