Sport : Unsinnige Vorgabe

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Christian Kubusch, schon mal gehört? Jetzt schon, er hat bei der Schwimm-EM Silber über 800 Meter Freistil gewonnen. Eine Überraschung für den Deutschen Schwimmverband (DSV). Es gab noch eine, mit der Silbermedaille von Silke Lippok über 200 Meter Freistil hat ja auch keiner gerechnet.

Acht Medaillen haben die deutschen Beckenschwimmer nun. Nicht schlecht, immerhin fehlen Britta Steffen und Helge Meeuw. Und mit sportlichen Ausfällen vor Ort musste man traditionell sowieso rechnen. Acht Medaillen? Reicht nicht. Drei müssen heute am letzten Tag noch hinzukommen. Elf hatte DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow vor der EM verlangt. Steffen? Meeuw? Alles keine Argumente, um die Vorgaben zu reduzieren.

Wenn die junge, geschwächte deutsche Mannschaft mit elf Medaillen nach Hause fährt, dann hat sie nicht eine ziemlich gute EM absolviert, dann hat sie lediglich ihr Plansoll erfüllt. So also kann man sich durch eine unsinnige Leistungsvorgabe selber unter Wert verkaufen.

Das überraschende Staffel-Gold der Frauen-Freistil-Staffel, der starke Auftritt der 16-Jährigen Lippok, das unerwartete Bronze der Jenny Mensing, das alles sind auch gute, ermutigende Nachrichten für London 2012. Aber sie werden weniger als unerwartet gute Leistung wahrgenommen denn als Teil einer Pflichterfüllung.

Buschkow blieb hart, weil der Deutsche Olympische Sportbund auf hohen Zielen besteht. Bundestrainer Lange wehrte sich intern gegen die Vorgabe, Buschkow traute sich nicht, ihm zu folgen. Genutzt hat er seinem Verband damit nicht unbedingt.

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