Sport : Unter Ausschluss der Betroffenen

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Endlich ist er zustande gekommen, der so lange geforderte Runde Tisch zum Thema Gewalt und Fußball. Am heutigen Freitag werden sich der Bundesinnenminister und seine Kollegen aus den Bundesländern in Berlin mit Vertretern von DFB und DFL zusammensetzen, um zu diskutieren, wie es in den Stadien und um sie herum sicherer werden kann und wer dafür bezahlen soll. Allzu viel sollte man von der Zusammenkunft allerdings nicht erwarten. Diejenigen, die Wochenende für Wochenende aufeinanderprallen, sind nämlich nicht eingeladen: Vertreter von Polizeigewerkschaft und Fanvereinigungen werden nicht mitdiskutieren.

Damit setzt sich eine Tradition im deutschen Fußball fort – man redet übereinander, aber nur selten miteinander. Im Mai 2009 hatte die Polizei ein Symposium zum Thema ausgerichtet, bei dem der DFB nicht vertreten war; bei Fanveranstaltungen sucht man Polizisten meist vergeblich. Beide Gruppen fühlen sich aber ungerecht behandelt und missverstanden. Fans empfinden Polizeieinsätze oft als unverhältnismäßig und willkürlich, Polizisten haben das Gefühl, in zahllosen Konfrontationen verheizt zu werden.

Was immer der Runde Tisch heute auch verkündet: Das Ergebnis wird es schwer haben, von den Ausgeschlossenen ernst genommen zu werden. Dabei hatte die DFL Anfang der Woche noch extra einen Maßnahmenkatalog vorgestellt. Eine zentrale Forderung darin: die „Verbesserung der Kommunikation zwischen allen beteiligten Parteien“.

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