Unter besonderer Beobachtung : Handball-Bundestrainer Heuberger in der Kritik

Vor dem wichtigen Rückspiel in der EM-Qualifikation gegen Tschechien am Sonntag (14.20 Uhr, WDR) steht Nationaltrainer Martin Heuberger unter Druck. Eine Niederlage könnte bereits sein Aus bedeuten.

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Steht unter besonderer Beobachtung: Handball-Bundestrainer Martin Heuberger.
Steht unter besonderer Beobachtung: Handball-Bundestrainer Martin Heuberger.Foto: dpa

Wenn sich Alt-Internationale inflationär zur Lage ihrer Sportart äußern, ist das selten ein positives Zeichen. Unter diesem Aspekt verriet die Liste der in dieser Woche Befragten einiges über den deutschen Handball und die Nationalmannschaft. Stefan Kretzschmar meldete sich kritisch Wort, ebenso Daniel Stephan und Frank von Behren. Der Tenor der ehemaligen Nationalspieler, die mittlerweile als TV-Experten arbeiten: Sieht gar nicht gut aus, mal wieder nicht.

Schon lange hat eine deutsche Handball-Nationalmannschaft nicht mehr so unter Druck gestanden wie heute im EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien in Halle/Westfalen (14.20, WDR). Nach der 22:24-Niederlage am Donnerstag in Brünn muss die Mannschaft von Martin Heuberger die drei ausstehenden Spiele gewinnen, um die Chance auf die EM-Qualifikation zu wahren. Heuberger gibt sich betont gelassen, der 49-Jährige sagt: „Wir lassen uns nicht verrückt machen. Ich habe immer gesagt, dass die Quali schwer werden würde. Aber es ist noch alles drin.“ Trotzdem steht er unter besonderer Beobachtung. Unter seiner Verantwortung hat die Nationalmannschaft im vergangenen Jahr bereits die Teilnahme an den Olympischen Spielen verpasst, zum ersten Mal in der Verbandsgeschichte. Ein Scheitern in der EM-Qualifikation dürfte die Trainerdiskussion, die seit seinem Amtsantritt ohnehin nie wirklich abgeebbt ist, weiter befeuern.

Der Bundestrainer steht auch deshalb in der Kritik, weil er weiterhin auf das Flensburger Duo Holger Glandorf/Lars Kaufmann verzichtet, das ihn im Januar mit einer WM-Absage verprellt hatte, aber sportlich im Moment unverzichtbar scheint. „Es ist doch müßig, darüber zu diskutieren. Was wäre, wenn – es ist reine Spekulation, ob wir mit ihnen besser gespielt hätten“, sagt Heuberger. Die Alt-Internationalen sehen das naturgemäß ein wenig anders.

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