Sport : Unter Brüdern

Hockey-Derby: BHC und Blau-Weiß trennen sich 1:1

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Berlin - Das erste Lokalderby der Feldhockeygeschichte in der Männer-Bundesliga zwischen Gastgeber Berliner Hockey-Club (BHC) und dem TC 1899 Blau-Weiß aus dem Grunewald war am Samstagnachmittag bei kühlem und regnerischem Wetter im neuen Stadion in Zehlendorf zu erleben. Die gute Nachricht: Den knapp 700 Zuschauern wurde zur Halbzeit Glühwein angeboten, um sie wenigstens etwas zu erwärmen. Die weniger gute: Das war auch bitter nötig, denn das Duell zwischen dem Fünften und Sechsten der Tabelle (zwölf Teams) war in den ersten 35 Minuten arm an Spannung, Klasse und dramatischen Aktionen.

Das setzte sich auch in der zweiten Hälfte zunächst fort. Man hatte den Eindruck, die beiden Rivalen hätten noch stundenlang rennen, passen und angreifen können, ein Tor würde nicht mehr fallen. Sogar ein Siebenmeter wurde von Tom Braun vergeben, der an Blau-Weiß-Keeper Max Meckes scheiterte, ehe in der 52. Minute nach einer Strafecke doch noch der 22-jährige Martin Häner, Vizeweltmeister und „Hockeyspieler des Jahres“, die verdiente Führung erzielte. Doch Blau-Weiß gab nicht auf, entwickelte viel Mut und Leidenschaft. Das wurde belohnt. Vier Minuten vor dem Ende verwandelte der neuseeländische Nationalspieler Richard Petherick eine kurze Ecke zum Ausgleich, der letztlich auch verdient war, weil der Außenseiter Druck entwickelt hatte.

BHC-Abwehrchef Häner war wohl einer der wenigen, der auch damit ganz gut leben konnte. Denn auf der anderen Seite, im Team von Blau-Weiß, stand sein älterer Bruder Johannes, der den Aufsteiger bislang verblüffend gut durch seine Erstliga-Premierensaison geführt hat. Vor dem Lokalderby lag Blau-Weiß nach bislang drei Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen mit zehn Punkten auf Rang fünf vor dem BHC, der bislang dreimal gewonnen und dreimal verloren hatte. Nach dem Remis am Samstag bleibt es bei der Tabellenkonstellation. Doch die vorsaisonalen Ziele der beiden Berliner Teams waren unterschiedlich. Für den BHC sind die Playoffs Pflicht, Blau-Weiß hatte den Klassenerhalt zum Ziel ausgegeben. Dies darf nun nachkorrigiert werden. Die Playoffs dürften beide Teams schaffen, die ersten acht Mannschaften erreichen sie.

Nach der Winterpause geht es im April weiter: Und vielleicht treffen die Brüder dann in den Playoffs noch einmal aufeinander. Klaus Weise

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