Sport : Unter deutschen Dächern

Heute beginnt die Hallenhockey-Saison – die Umstellung vom Feld ist nicht für alle Spieler einfach

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Am Dienstag hat Richard Hildreth zum ersten Mal in seinem Leben Hallenhockey gespielt, beim Training des Berliner Hockey-Clubs. „Es war lustig“, sagt der kanadische Feld-Nationalspieler. „Lustig für die anderen.“ In Teilen Kanadas ist Hallenhockey völlig unbekannt. „Wegen der Schnelligkeit habe ich gleich an Eishockey gedacht“, sagt Hildreth. So werden er und sein Landsmann Scott Sandison beim Auftaktspiel der Hallenhockey-Bundesliga zwischen dem Berliner HC und den Zehlendorfer Wespen nur zuschauen (20.00 Uhr, Sporthalle Schöneberg). Auf dem Feld zählen die beiden zu den Leistungsträgern beim BHC, in der Halle „sind sie sehr weit davon entfernt“, sagt Teammanager Horst Buhr.

Dabei spielt Scott Sandison bereits seit seinem 10. Lebensjahr Hallenhockey, ist Nationalspieler. Der 26-Jährige stammt aus Toronto, und dort wird die Variante des olympischen Sports Feldhockey im Winter regelmäßig gespielt. „Unsere gesamte Hallen-Nationalmannschaft ist eigentlich eine Stadtauswahl“, sagt Sandison. „Der Verband versucht gerade, in Vancouver einen Stützpunkt für Hallenhockey zu errichten und es etwas populärer zu machen.“

Das Niveau dieser Stadtauswahl ist allerdings begrenzt und nicht mit dem Niveau zu vergleichen, auf dem Hallenhockey in Deutschland gespielt wird. Bislang gewann die deutsche Nationalmannschaft alle elf ausgetragenen Europameisterschaften, bei der ersten Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Leipzig verlor das Nationalteam nicht ein einziges Spiel. Auch Scott Sandison war in Leipzig dabei, seine kanadische Mannschaft belegte damals den sechsten Platz. „Da wurde ein Tempo gespielt, von dem ich vorher noch keine Ahnung hatte“, sagt er. Ab der kommenden Woche wird der Kanadier wieder Hallenhockey mit niedrigerer Geschwindigkeit spielen dürfen: Am Montag fliegt Sandison in die Heimat, um an der Pan-Amerika-Meisterschaft in Toronto teilzunehmen. „Wenn wir gut spielen, dann können wir einen kleinen Hype in Kanada auslösen“, sagt er. Auf das heutige Spiel zwischen den Wespen und dem BHC freuen sich Sandison und Hildreth trotzdem. „Für die Fans ist Hallenhockey einfach wesentlich attraktiver als Feldhockey“, sagt Teammanager Horst Buhr. „Dafür können wir viel mehr Zuschauer mobilisieren“, sagt er. Für heute rechnet der Klub mit etwa 500 Fans.

Sandison und Hildreth erwartet neben dem Zuschauen noch eine weitere Aufgabe: „Richard und ich wollen den Trainer fragen, ob wir am Sonntag spielen dürfen“, sagt Sandison. Dann spielen der BHC und die Wespen gleich noch mal gegeneinander – in der viertklassigen Oberliga. Es handelt sich um die zweiten Mannschaften der Vereine.

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