Sport : Unterhaching - Bayer Leverkusen: Nicht wie einst im Mai

Detlef Dresslein

Eine erfolgreiche Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit gelang am Sonntag Bayer Leverkusen. Beim 2:1-Sieg in Unterhaching, dem Ort, an dem vor einem halben Jahr die Meisterschaft verschenkt wurde, zeigten die Leverkusener die Tugenden, die man einst im Mai vermissen ließ: Cleverness und Ruhe in der Abwehr sowie beim Ausnutzen von Torchancen. Berti Vogts, Chef des neuen Leverkusener Trainerfunktionsteams, war zufrieden. Denn auch er hatte die besondere Situation bemerkt: "Je näher dieses Spiel rückte, desto nervöser wurden manche", sagte der ehemalige Bundestrainer. "Ich musste die Mannschaft vor allem locker machen, die doch mit dem Druck fertig werden musste, damals hier die Meisterschaft verspielt zu haben."

Es dauerte allerdings bis zur Mitte der ersten Hälfte, bis überhaupt etwas passierte. Dann folgten acht furiose Minuten. Sie begannen vor dem Leverkusener Tor: Erst zögerte Andre Breitenreiter zu lange, legte dann ab auf den Kollegen Oliver Straube, dessen Schussversuch Abdelaziz Ahanfouf aber unglücklich abfälschte (23. Minute). Zwei Minuten später versuchte es Straube noch einmal für die Spielvereinigung, zielte aber knapp vorbei. Das erste Tor gelang diesmal Bayer. Einen weiten Pass von Boris Zivkovic unterlief der Hachinger Hendrik Herzog, in dessen Rücken Ulf Kirsten aus kurzer Distanz kein Problem mehr hatte, das 0:1 zu besorgen (26.). Fünf Minuten später dann der Ausgleich durch ein bewährtes Duo: Ahanfouf schoss aus dem Rückraum, Bayer-Torwart Pascal Zuberbühler sah den Ball zu spät und ließ nach vorne abprallen, was Straube per Kopf zum Ausgleich nutzte.

Straubes wechselvoller Arbeitseinsatz setzte sich nach der Pause fort. Von rechts trat Ze Roberto einen Freistoß herein, den der kleingewachsene Oliver Neuville ausgerechnet mit dem Kopf aus fünf Metern einköpfte (53.). Hinter ihm stand Straube und störte ihn kaum. Fortan zogen sich die Bayer-Kicker in die eigene Hälfte zurück, und man war sich auch nicht zu schade, gelegentlich den Ball bis aufs Tribünendach zu befördern. Unterhaching rannte an, schaffte es aber selten, die am eigenen Strafraum gestaffelte Defensivreihe der Leverkusener zu überwinden. Die größte Chance hatte noch Danny Schwarz, dessen Schuss aus 16 Metern aber von Zuberbühler unschädlich gemacht wurde. Negativer Höhepunkt aus Hachinger Sicht war die Rote Karte gegen Herzog in der Schlussminute.

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