Sport : Unterhaching - Hansa: Pragmatismus im Abstiegskampf

Detlef Dresslein

Es ist der definitive Albtraum in der Branche der Berufsfußballer. Der Schuss kommt aus der zweiten Reihe, der Torwart lässt den Ball durchrutschen und dem Angreifer eröffnen sich auf der Fläche von über 18 Quadratmetern eines leeren Tores unzählige Möglichkeiten, seine Vorgesetzten und die Fans glücklich zu machen. Peter Wibran traf Mitte der ersten Halbzeit nur den Pfosten. Fünf Meter vor dem leeren Tor. Er hätte deshalb beim Spiel des FC Hansa Rostock bei der SpVgg Unterhaching zur tragischen Figur werden können, und sein Trainer Friedhelm Funkel hätte ärger getobt, wenn nicht mit dem 1:1 letztlich doch ein Punkt bei den Norddeutschen geblieben wäre. So beließ es Funkel dabei: "Er muß als offensiver Mittelfeldspieler mit so etwas rechnen und hellwach sein."

Zum Thema Bundesliga aktuell: Ergebnisse und Tabellen
Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Torwart Martin Pickenhagen sah den Grund für dieses Versagen in mangelnder Arbeit. "Glück kann man sich im Training erabeiten, und wenn man es nicht tut, dann geht so ein Ball an den Pfosten." Sie konnten generös mit Selbstkritik um sich werfen, denn dieses Remis bei einem direkten Mitkonkurrenten um den Klassenverbleib hilft Hansa sehr viel, den Hachingern sehr wenig. Auch wenn Friedhelm Funkel beteuert "dass man mit 36 Punkten absteigt", so sind die meisten Rostocker doch mehr auf der Linie von Stürmer Steffen Baumgart, der vorrechnete, dass "wenn wir nur die Heimspiele gewinnen, schon 45 Punkte haben". Damit ließe sich möglicherweise mehr erreichen als der reine Ligaverbleib.

Das Unentschieden von Unterhaching wird man dabei schnell vergessen. Das Spiel stand unter dem Zeichen des Pragmatismus im Abstiegskampf und der geplante Punkt wurde erreicht. Mehr ist nicht wichtig. "Dass es kein Leckerbissen werden würde, das konnte sich jeder vorher an den Fingern abzählen", sagte Martin Pieckenhagen. Ein kleiner Leckerbissen war immerhin das Tor zum Ausgleich und der Pass dazu von Marcus Lantz. Sein Anspiel auf Slawomir Majak war so gekonnt, daß Kollege Majak nurmehr den Ball an Torwart Gerhard Tremmel vorbeispielen brauchte. Das war eine Viertelstunde vor Schluss.

Kurz nach der Pause hatte ausgerechnet Abdelaziz Ahanfouf die Hachinger in Führung gebracht. Den hatten sie in Rostock zur Winterpause verkauft, nun erzielte er gegen Hansa sein erstes Saisontor. Ebenfalls egal, fand Martin Pieckenhagen: "Das ist mir so was von Brause, wer gegen uns die Tore schießt."

0 Kommentare

Neuester Kommentar