Sport : Unterhaltung kann so einseitig sein Eisbären schlagen Nürnberg locker mit 6:1

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Berlin - Sieben Tore in 60 Minuten, einige trickreiche Einlagen und so manchen Boxkampf: Wer sich am Freitag in Berlin für die Abendunterhaltung in der Arena am Ostbahnhof entschied, hatte viel richtig gemacht. Zwar war das dort angebotene Eishockeyspiel mit dem 6:1 (3:1, 3:0, 0:0)-Sieg der Eisbären Berlin über die Nürnberg Ice Tigers ein recht einseitiges, aber eben auch ein unterhaltsames.

Von Beginn trug sich ein heiteres Schauspiel zu, das allerdings nicht immer gleich an Eishockey erinnerte. Die Gäste aus Nürnberg foulten zunächst, was Schläger und Mann hergaben, die Berliner übten ihrerseits den passgenauen Torschuss. Als erster traf Verteidiger Richie Regehr in doppelter Überzahl, danach waren es Jim Sharrow und André Rankel, die jeweils ein einfaches Powerplay für ihre Mannschaft auszunutzen wussten. Der Nürnberger Björn Barta befand sich da schon auf dem Weg zur Dusche, weil er sich eine Spieldauerstrafe eingehandelt hatte. Danach merkten die Franken wohl, dass es mit allzu hartem Einsteigen gegen die Eisbären nichts wird – und stellten die Gegenwehr abgesehen von einem Treffer vor der ersten Drittelpause beinahe komplett ein.

Den Berlinern kam diese Strategie entgegen, mussten sie doch sowieso schon auf sechs Spieler verzichten. „Macht aber nichts“, sagte Angreifer Daniel Weiß. „Bei uns springt jeder für jeden ein.“ Weiß war wie die Gebrüder Braun nach einem Ausflug ins erfolgreiche Perspektivteam der Nationalmannschaft, das die Russen zuletzt zweimal geschlagen hatte, wieder für seinen Klub aktiv. Und das recht ordentlich.

Auf Vorlage seines des Kollegen Laurin Braun erzielte er in der 28. Minute das 4:1. Dass es drei Minuten später auch schon 6:1 stand, war Sven Felski und Barry Tallackson zu verdanken. Sechs Berliner Tore, sechs verschiedene Schützen: Es war fast schon ein bisschen zu einfach für die Gastgeber, aber endlich bekamen die 13 600 Zuschauer am Freitag in der Arena mal wieder erfolgreichen Sport von der Heimmannschaft angeboten. 47 Tage lang hatten die Berliner vor eigenem Publikum nicht mehr in der regulären Spielzeit gewonnen. Diesmal holten sie – nicht zuletzt mit freundlicher Unterstützung der Ice Tigers - vieles nach, was sie zuvor vermissen ließen. Zur Belohnung kletterten sie auf den dritten Tabellenplatz. Katrin Schulze

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