Unternehmen Klassenerhalt : Rechnen für das Wunder

Statistisch reichen Hertha 31,74 Punkte zur Rettung.

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Berlin - Es ist ein beliebtes Spielchen unter Fußballfans, sich mit dem Terminplan vor der Saison hinzusetzen und sich schon einmal auszumalen, wie die Spiele des eigenen Klubs wohl ausgehen werden. Die Anhänger von Hertha BSC diskutieren in dieser Winterpause noch heftiger als sonst. Der unumgängliche Sieg in Hannover, dann die Heimspiele gegen Mönchengladbach, Bochum, Mainz …

Hoffnung wird als wahrscheinlicher empfunden, wenn man ihr Eintreten genauer zeichnet. Der Boulevard bemühte diese Woche einen Wahrsager, der die Torschützen in den einzelnen Spielen nannte. Und auch Herthas Trainer Friedhelm Funkel hat schon gerechnet: Er hält es für möglich, dass die Berliner noch 28 Punkte sammeln. Es ist eine schöne Rechnung, denn in der Geschichte der Bundesliga haben in den Jahren mit 18 Klubs durchschnittlich 31,74 Punkte zu Platz 16 gereicht, der zur Relegation gegen den Zweitliga-Dritten berechtigt. Für diese Berechnung haben wir so getan, als ob es schon immer die Drei-Punkte-Regel gegeben hätte. Schaut man nur auf die Jahre seit ihrer Einführung 1995/96, ergibt sich ein ähnlicher Wert: 32,23 Punkte.

Die Hertha-Fans dürften sich eher an andere Zahlen klammern. 1974/75 hätten umgerechnet 22 Punkte genügt, um vor dem 17. Tennis Borussia zu landen. 13 Mal waren weniger als 30 Punkte für Rang 16 nötig, seit Einführung der Drei- Punkte-Regel allerdings noch nie.

Angesichts von bisher sechs Punkten scheinen 30 für Hertha fast unerreichbar – zumal der Abstand auf Platz 16 auch noch berücksichtigt werden muss. Zehn Punkte sind es bis zum VfL Bochum, der aktuell auf dem Relegationsplatz liegt. Doch auch zehn Punkte Rückstand hat schon einmal jemand aufgeholt, sogar auf Platz 15, eine Relegation gab es damals nicht. Frankfurt hatte 1999/2000 im Winter neun Punkte, am Ende landete die Eintracht mit 39 Zählern noch auf Platz 13.

All diese Träume, Wahrsagerei, Psychologie, Statistik und Historie kann man natürlich nicht so leicht zusammenfassen. Herthas Manager Michael Preetz macht es so: „Unsere Chance auf Nichtabstieg liegt nicht mehr weit über 50 Prozent.“ Mathias Klappenbach

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