Sport : Unterschreibt Heidfeld heute bei BMW?

Karin Sturm

München - Bis gestern um Mitternacht besaß das Williams-Team noch die Chance, sich der Dienste von Nick Heidfeld für die kommende Saison zu versichern. Um diese Zeit lief eine vertraglich zugesicherte Option auf ihn ab, doch bereits wenige Stunden zuvor rechnete niemand mehr damit. Vielmehr spricht alles für einen anderen Weg des deutschen Formel-1-Fahrers. Verschiedene Medien berichteten sogar, dass Heidfeld schon heute einen Vertrag beim neuen BMW-Team für das Jahr 2006 unterschreiben werde. Dass er dort auch einen Vertrag für 2007 und 2008 habe, war vor einiger Zeit durchgesickert, doch weder das Formel-1-Team noch Heidfelds Manager Werner Heinz wollten das bestätigen.

Letzterer hielt sich auch gestern bedeckt und verwies auf die auslaufende Option. Auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen gab sich aus rechtlichen Gründen vorsichtig. Er wolle nichts kommentieren, bevor nicht die Entscheidung von Williams vorliege. Dass er Heidfeld gerne in seinem Team sehen würde, daraus machte er keinen Hehl. „Nick hat in diesem Jahr bei BMW-Williams sehr gute Arbeit abgeliefert“, sagte Theissen, „er liefert den Ingenieuren in der Entwicklungsarbeit sehr präzise und wertvolle Informationen." Genau diese Qualitäten sind beim Aufbau eines neuen Teams gefragt. Ob Heidfeld allerdings, wie behauptet wird, 7,5 bis acht Millionen Euro Jahresgehalt kassieren wird, scheint fraglich. Das wäre fast das Doppelte dessen, was Fernando Alonso verdient. Und dieser steht immerhin kurz davor, einen WM-Titel zu gewinnen.

Es gibt auch aus Williams-Sicht ein wichtiges Argument, Heidfeld freizugeben: Würde Williams diese Option ziehen, würde das im Rechtsstreit mit Jenson Button unerwünschte Signale aussenden. Schließlich hat man ja Mark Webber bereits fix für 2006 unter Vertrag - und will auch Jenson Button unbedingt holen. Dieser hat bereits für 2006 unterschrieben, es sich jetzt aber doch wieder anders überlegt. Er will nun lieber bei BAR bleiben. Und sollte man Button am Ende wirklich nicht bekommen oder doch gegen viel Geld BAR-Honda überlassen, hätte Williams schließlich noch andere Optionen: Einmal den brasilianischen Testfahrer Antonio Pizzonia. Oder Nico Rosberg, der Sohn von Keke Rosberg, der kurz vor dem Gewinn der GP2-Serie steht. Es kursieren sogar Gerüchte, dass der Deutsche vielleicht noch in diesem Jahr zu seinen ersten Renneinsätzen für Williams-BMW in der Formel 1 kommen könnte.

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