Sport : UnverbindlichesMauscheln

Hartmut Moheit

differenziert die Lizenzverweigerungen im Handball Welche Gefahren ein Leben auf Pump mit sich bringt, wusste schon Benjamin Franklin im 18. Jahrhundert. Sein unverbindlicher Rat zum Umgang mit Verbindlichkeiten lautete: „Lieber ohne Abendbrot ins Bett gehen, als mit Schulden aufwachen.“ Verbindlichkeiten, das ist die Umschreibung für Außenstände, die seriös sein können, es aber sehr oft nicht sind. Zum Beispiel in der Handball-Bundesliga. Dort haben sich einige Klubs derartig übernommen, dass ihre Existenz gefährdet ist. Sie haben sich teure Stars geleistet, konnten diese aber nicht bezahlen. Damit soll nun Schluss sein.

Sechs Vereinen wurde die Lizenz für die neue Spielzeit verweigert. Damit erhöht sich der Druck auch auf alle anderen, künftig solider zu wirtschaften. Die Vereine der Handball-Bundesliga werden gezwungen, seriöse Geschäftsbeziehungen zu ihren Partnern einzugehen, zu den Sponsoren, zum Fernsehen, zu den Spielern, zu den Zuschauern.

Die Reinickendorfer Füchse aus der Zweiten Liga gehören zu dem Sextett, dem die Lizenz verweigert wurde. Doch die Berliner sind nicht an den Finanzen gescheitert, sondern an dem nicht eingehaltenen Termin für die Abgabe der Lizenzunterlagen. Der Verein bekennt sich zu dieser Schuld. Dennoch sollte dieser Fall in der zweiten Instanz mit Augenmaß behandelt werden. Eine sportlich faire Lösung ist deshalb berechtigt, weil durch das Versäumnis kein Wettbewerbsnachteil für andere entstanden ist. Formfehler sind keine Verbindlichkeiten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar