Sport : Unwiderstehlicher Endspurt

Ulrich Nickesen

Berlin. 200 Meter vor dem Ziel drängte Alexander Jahn unwiderstehlich an die Spitze, gab seinen Spitzenplatz nicht mehr ab, und am Ende hatte er einen ungefährdeten Sieg herausgearbeitet. Allerdings nicht allein: Jockey Jahn saß auf dem Rücken der zweijährige Stute Ally Mc Tycon, und die setzte sich gestern auf der Galopprennbahn Hoppegarten beim "Hoppegartener Criterium der Zweijährigen" gegen zwölf andere Vollblüter durch. Das Hauptrennen war mit 51 000 Mark dotiert, und Joachim Heidenreich, der Besitzer des Pferds, erhielt für den Sieg 26 000 Mark. Heidenreich ist zudem auch noch Trainer von Ally Mc Tycon. Während der Sieg nicht überraschend kam, belegten mit Garrison und Macita zwei Außenseiter die Plätze zwei und drei.

Aber auch Jockey Alexander Pietsch hatte einen erfolgreichen Tag. Er gewann, im Rahmenprogramm, gleich zweimal. Zuerst siegte er das dem Nachwuchs vorbehaltene Einleitungsrennen überlegen mit Call Me Pit, anschließend setzte er sich ähnlich überlegen mit Arawak für das Gestüt Ebbesloh (Besitzer ist Bernhard von Schubert, der Vizepräsident des Union-Klubs) durch. Beide Pferde werden in Köln von Hans Blume trainiert und waren als Favoriten an den Start gegangen. Ein Außenseitersieg hingegen gelang der Amateurrennreiterin Julia Will, die mit Mc Rex 15 Gegnern das Nachsehen gab.

Die diesjährige Saison in Hoppegarten, die gestern abgeschlossen wurde, war turbulent. Sie blieb auf zwölf Renntage beschränkt, und zeitweiligen musste man Angst haben, dass die Rennbahn geschlossen wird. Erst der Führungswechsel im Klub und das medienwirksame Auftreten des neuen Präsidenten Peter Boehnisch brachte einen Imagewandel, der die Bahn aus dem Tief manövrierte. Ebenso wurde nach jahrelangen Verhandlungen erst vor wenigen Tagen die Privatisierung der Bahn abgeschossen. So kann der Vizepräsident des Union-Klubs optimistisch auf die kommende Saison schauen. Von Schubert hatte dabei vor allem die Verpflichtung des Geschäftsführers des Hamburger Rennklubs, Günter Gudert, als Beauftragten für das Sponsoring im Hinterkopf: "Wir haben insgesamt 15 Renntage eingeplant und entsprechend finanziell abgesichert, darunter vier europäische Gruppen-Rennen. Dass Hoppegarten wieder attraktiver für den deutschen Galoppsport wird, zeigt sich auch in dem Umstand, dass drei Trainer aus den westdeutschen Galopperhochburgen im kommenden Jahr in Hoppegarten trainieren wollen." Die Saison 2002 beginnt am Ostersonntag des nächsten Jahres.

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