Sport : Unzulängliche Bemühungen

Lautern – Leverkusen 0:0

Oliver Trust

Kaiserslautern. Was ist eine Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga am elften Spieltag wert? Lohnt es sich, dafür an die Grenzen zu gehen? Bayer Leverkusen gab gestern Abend auf dem Betzenberg in Kaiserslautern eine relativ klare Antwort auf diese Fragen. Es lohnt sich nicht. Im Duell gegen die kriselnden Fußballer vom 1. FC Kaiserslautern nahm Bayer sogar billigend in Kauf, als Verlierer vom Platz zu gehen. Fast aufreizend sahen die Darbietungen aus. Als wollte das Team den Gegner mit kontrolliertem Kurzpassspiel zur Weißglut treiben, so passten sie den Ball immer Zentimeter an der Konkurrenz vorbei. Am Ende blieb es beim 0:0.

Ein einziges Mal war Bayer richtig gefährlich, bei einem Schlenzer von Robson Ponte kurz nach der Pause. Zum Schluss aber machten die Leverkusener mit ihrer Fahrlässigkeit sogar den Gegner stark. Kaiserslautern erwachte, angetrieben von einer Mischung aus Verzweiflung und Mut. Zuerst wehrte Nowotny mit artistischem Einsatz einen Kopfball von Lembi ab, dann machte sich Leverkusens Torwart Jörg Butt im Hechtsprung zu einer Glanztat auf, um Hristows Schuss zur Ecke abzuwehren. Bayer entglitt die Kontrolle völlig, und die Mannschaft nahm Abschied von der Möglichkeit, drei Punkte zu gewinnen, um den VfB Stuttgart von Platz eins zu verdrängen. „Wir ärgern uns schon ein bisschen, dass wir den Sprung an die Tabellenspitze verpasst haben“, sagte Leverkusens Kapitän Jens Nowotny. „Aber in manchen Situationen haben wir heute richtig Glück gehabt.“ Das stimmte.

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