Sport : Urlaub statt Trainerschein Jahn Regensburg entlässt Teamchef Mario Basler

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Berlin Mario Basler ist bei seiner ersten Station als Trainer nach nur knapp einem Jahr gescheitert. Regionalligist SSV Jahn Regensburg entließ den ehemaligen Nationalspieler nach einer Präsidiumssitzung am Montagabend, die Entscheidung fiel ohne Gegenstimme. Obwohl der Saisonstart für den mit Aufstiegsambitionen gestarteten Drittligisten mit lediglich drei Punkten aus sieben Spielen sehr schlecht ausgefallen war, hatte Basler mit dieser Entscheidung nicht gerechnet. „Es ist schon überraschend, aber das sind die Mechanismen des Geschäfts. Ich gehe ohne Groll“, sagte Basler, der in Regensburg noch einen Vertrag bis zum Sommer 2006 besaß.

Nach der 0:4-Niederlage gegen Augsburg in der vorletzten Woche hatte Teamchef Basler, der keinen Trainerschein besitzt, noch von sich aus den Rücktritt angeboten. Dies lehnte das SSV-Präsidium in der Vorwoche jedoch einstimmig ab. „Dass sie sich jetzt anders entschieden haben, ist schon komisch“, sagte der 30-malige Nationalspieler. Er habe nach seinem Rücktrittsangebot sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen und den Spielern geführt, „das hat mich dazu bewogen, weiterzumachen“.

Neben dem sportlichen Misserfolg hat Basler vermutlich auch durch sein Auftreten und seine Äußerungen Kredit bei Fans und Verantwortlichen verspielt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes musste sich in der Vergangenheit mehrfach mit dem Teamchef des SSV Jahn beschäftigen. Zuletzt hatte seine heftige Kritik an Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) nach dem Erstrunden-Aus im Pokal gegen Zweitligist Alemannia Aachen für Wirbel gesorgt.

Jahn-Präsident Franz Nerb bedauerte die Entlassung dennoch: „Es ist uns nicht leicht gefallen. Ausschlaggebend war das Resultat in Bayreuth“, sagte er. An diesem Wochenende hatte der SSV beim 1:2 gegen Aufsteiger SpVgg Bayreuth ebenfalls verloren. Damit belegt Regensburg mit vier Niederlagen und drei Unentschieden mit nur drei Punkten den vorletzten Tabellenplatz in der Regionalliga Süd. Beim morgigen Spiel gegen den 1. FC Eschborn wird die Mannschaft von Kotrainer Darius Pasieka betreut.

Unterdessen verabschiedete sich Mario Basler vorerst in den Urlaub. „Ich werde dem Fußball erhalten bleiben. Ich muss mich ein bisschen erholen, mal richtig ausspannen. Dann komme ich wieder“, sagte der 62-fache Bundesliga-Torschütze. Seine Trainerlaufbahn möchte er auch ohne Trainerschein fortsetzen, Anfragen aus dem Ausland lägen ihm bereits vor, bestätigte Basler. Nach seinem letzten Bundesligaspiel für den 1. FC Kaiserslautern spielte der Mittelfeldakteur von 2003 bis 2004 in Quatar bei Al Rayyan und wurde in der Liga zum besten Mittelfeldspieler gewählt.

Seinen Konflikt mit dem DFB kann Basler wohl auch in der Arbeitslosigkeit nicht auflösen. Den vom Deutschen Fußballbund geforderten Trainerschein will er jedenfalls offenbar auch in der Ruhepause nicht machen. „Das muss ich sehen, wichtiger ist mir erst einmal mein Urlaub“, sagte Basler. mbo/dpa

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