Urteil zugunsten von Dynamo Dresden : Gleiche Strafen für alle

Es war nicht das erste Mal, dass Dynamos Fans negativ auffielen. Trotzdem hält unser Autor Sebastian Stier die Entscheidung, die Dresdner nun doch am DFB-Pokalwettbewerb teilnehmen zu lassen, für richtig.

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Kein Ausschluss, aber leere Ränge.
Kein Ausschluss, aber leere Ränge.Foto: dapd

Nun also doch. Dynamo Dresden darf auch zur kommenden Saison am DFB-Pokal teilnehmen, so will es das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Auch wenn viele den Ausschluss des Vereins nach der Randale seiner Anhänger beim Spiel in Dortmund begrüßten, die Aufhebung des Urteils ist richtig.

Natürlich war es nicht das erste Mal, dass Dynamos Fans negativ auffielen. Aber den Verein für ein Jahr vom Wettbewerb auszuschließen, das war nicht verhältnismäßig. Es gibt im deutschen Fußball leider mehrere Klubs, deren Fans wiederholt negativ auffallen. Einen Tag nach den Ausschreitungen von Dortmund attackierten Anhänger aus Kaiserslautern beim Spiel in Frankfurt einen Ordner, zündeten bengalische Feuer und warfen mit Steinen und Böllern. Auch hier war es kein Premierenvergehen.

Der Verein wurde dennoch nur mit einer Geldstrafe belegt. Vor dem Hintergrund wirkte das höhere Strafmaß gegen Dresden willkürlich. Nicht zum ersten Mal erweckte der DFB den Anschein, Vereine aus den neueren Bundesländern härter zu bestrafen. Der Verband wäre gut beraten, zur kommenden Saison bereits im Vorfeld exakte Strafen bei bestimmten Vergehen festzulegen. Wenn alle Vereine wissen, dass durch die eigenen Anhänger verursachte Ausschreitungen zwangsläufig zum Ausschluss führen, kann sich im Nachhinein auch niemand darüber beschweren.

Dynamo Dresden ist noch einmal davon gekommen. Die Geldstrafe von 100 000 Euro und ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit sind für den finanzschwachen Klub dennoch eine gerechte Bürde.

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