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US Masters in Augusta : Dustin Johnson: Der Erbe von Tiger Woods

Dustin Johnson gilt beim US Masters der Golfer als Favorit auf das grüne Jackett. Doch kurz vor dem Start des Turniers verletzt er sich bei einem Sturz.

Mit Schwung nach Augusta. Dustin Johnson hat zuletzt drei Turniere in Folge gewonnen. Der Weltranglistenerste aus den USA kann den Golfball nicht mehr nur weit schlagen, sondern hat inzwischen auch seine Nerven im Griff.
Mit Schwung nach Augusta. Dustin Johnson hat zuletzt drei Turniere in Folge gewonnen. Der Weltranglistenerste aus den USA kann den...Foto: Harry How/AFP

Tiger Woods bleibt ein Phänomen. Obwohl sich der mittlerweile 41-Jährige seit Jahren mit Verletzungen plagt, seit 2013 kein Turnier mehr gewinnen konnte und seine Teilnahme am US Masters aufgrund von Rückenproblemen absagen musste, ist der US-Amerikaner auch in diesen Tagen im Augusta National Golf Club allgegenwärtig. Genau 20 Jahre ist es her, da Woods erstmals das Masters gewann und in der Folgezeit seinen Sport revolutionierte und dominierte.

Auch wegen Tiger Woods hat sich der Platz in Augusta in den vergangenen Jahren erheblich verändert. War es früher oft so, dass die Spielbahnen den Golfer beherrschten, muss der Kurs inzwischen Jahr für Jahr darum kämpfen, mit den Möglichkeiten der Profis mitzuhalten. Das Ergebnis ist ein immer länger werdender Golfplatz mit schwer zu kontrollierenden Grüns.

Am Donnerstag startet die 81. Auflage des wichtigsten Golf-Turniers des Jahres (ab 21 Uhr live bei Sky). Woods’ Nachfolger suchen dann den neuen Besitzer des berühmten grünen Jacketts. Aus der Liste der Favoriten ragt 2017 Dustin Johnson heraus. Der 32 Jahre alte US-Amerikaner ist kein Mann großer Worte. Johnson spult sein Programm meist ohne sichtbare Emotionen ab – egal, ob auf dem Platz oder daneben. Als er kürzlich gefragt wurde, wie er mit der Favoritenrolle beim US Masters umgehe, antwortete der er: „Das interessiert mich nicht.“

Dabei sind sich die Experten einig: Der Titel in Augusta führt nur über ihn. Die letzten drei Turniere, an denen er teilnahm, hat Johnson gewonnen. Im vergangenen Jahr gelang ihm mit dem Sieg bei den US Open erstmals ein Triumph bei einem Major. Zuvor hatte er immer wieder Nerven gezeigt und gerade bei großen Turnieren in der entscheidenden Phase fast schon zuverlässig versagt. Doch seine Teilnahme stand am Vorabend des Turniers plötzlich auf der Kippe, weil er sich bei einem Treppensturz verletzte. Ob er rechtzeitig fit wird, war bis kurz vor dem Start offen.

Johnson wirkt oft unnahbar

Der 1,93 Meter lange und durchtrainierte Johnson ist ansonsten in vielerlei Hinsicht der würdige Erbe von Tiger Woods. Seine enorm langen Schläge rufen Bewunderung bei den Fans hervor, seine unnahbare Art führt allerdings auch dazu, dass Johnson längst nicht so beliebt ist wie beispielsweise sein Landsmann Jordan Spieth oder wie Woods’ alter Rivale Phil Mickelson.

Die Nerven im Griff zu haben, ist vermutlich die größte Herausforderung beim Masters. Diese Erfahrung mussten in der Vergangenheit schon viele Profis in Augusta machen. Spieth zum Beispiel schlug in der letztjährigen Finalrunde an Loch 12 seinen Ball zweimal ins Wasser, verspielte dadurch eine klare Führung und musste anschließend dem Engländer Danny Willett das grüne Jackett überziehen.

Der Überraschungssieger des Vorjahres dürfte 2017 keine große Rolle spielen, die besten Chancen auf einen Sieg für die Europäer sollte traditionell Rory McIlroy haben. Das Masters ist das einzige Major, das der Nordire noch nicht gewinnen konnte. Dabei hat auch er schon seine Erfahrungen mit den Tücken des Platzes gemacht. 2011 lag er nach drei Runden in Führung, spielte dann aber nur eine 80 zum Abschluss.

Zuletzt hatte McIlroy mit Verletzungen zu kämpfen und sorgte für Schlagzeilen, weil er mit US-Präsident Donald Trump eine Runde Golf spielte. Allen gefiel das nicht. Beistand erhielt McIlroy aber indirekt von Martin Kaymer, der in der Bild-Zeitung Golffan-Trump als „Geschenk“ für seinen Sport bezeichnete. Der Deutsche zählt in Augusta nur zu den Außenseitern, ähnlich wie Altmeister Bernhard Langer, der zum 34. Mal beim Masters dabei ist. Das zeigen auch die Wettquoten. Wer auf einen Sieg von Kaymer oder Langer setzt, konnte damit bis vor ein paar Tagen sogar mehr Geld verdienen als mit einem Tipp auf den in Augusta abwesenden Tiger Woods.

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