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US Open : Aus für Lisicki - Kerber und Haas erfolgreich

Für Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki sind die US Open schon überraschend früh beendet. Gegen die russische Linkshänderin Jekaterina Makarowa fand die Berlinerin nie ihren Rhythmus. Erfreulicher verlief der Tag für Altmeister Tommy Haas und Angelique Kerber.

Sabine Lisicki beim Aufschlag im Match gegen die Russin Ekaterina Makarova.
Sabine Lisicki beim Aufschlag im Match gegen die Russin Ekaterina Makarova.Foto: AFP

Angelique Kerber hat als einzige von anfangs sieben deutschen Tennisspielerinnen bei den US Open das Achtelfinale erreicht. Die Weltranglisten-Neunte besiegte am Freitag (Ortszeit) die Estin Kaia Kanepi in 63 Minuten mit 6:0, 6:4 und revanchierte sich eindrucksvoll für die Niederlage in der zweiten Runde von Wimbledon. „Es war ein komplett anderes Match. Ich habe vom ersten Punkt an das Spiel in die Hand genommen“, sagte die 25 Jahre alte Kielerin. „Ich habe mich voll auf mich konzentriert.“

Kerber spielt in ihrem dritten New-York-Achtelfinale nacheinander am Sonntag gegen Carla Suárez Navarro aus Spanien. Gegen die Weltranglisten-20. musste sie noch nie ran. Vor zwei Jahren erreichte Kerber bei dem Grand-Slam-Turnier das Halbfinale.

Bei den Herren sorgte Lleyton Hewitt im Duell der ehemaligen US-Open-Champions für eine Überraschung und warf den Argentinier Juan Martin del Potro aus dem Turnier. Der 32 Jahre alte Australier setzte sich gegen den Sieger von 2009 in 4:03 Stunden 6:4, 5:7, 3:6, 7:6 (7:2), 6:1 durch. „Es ist großartig. Das ist der Grund, warum ich immer noch spiele. Um solche Momente wie heute zu erleben“, sagte der US-Open-Titelträger von 2001 um 23.30 Uhr Ortszeit.

Im zweiten Match der Night Session gewann Titelverteidigerin Serena Williams gegen Jaroslawa Schwedowa aus Kasachstan mit 6:3, 6:1. Die 31-Jährige trifft im Achtelfinale jetzt in einem amerikanischen Duell auf die aufstrebende Sloane Stephens.

Enttäuschung für die Wimbledon-Heldin

Zuvor gab es ein Bitteres aus für die Berlinerin Sabine Lisicki. Die Wimbledon-Finalistin musste sich am Freitag der russischen Linkshänderin Jekaterina Makarowa 4:6, 5:7 geschlagen geben und verpasste bei dem Grand-Slam-Turnier in New York das Achtelfinale. „Ich bin natürlich enttäuscht, ich wollte so gerne in die zweite Woche kommen“, sagte Lisicki, analysierte die Niederlage aber erstaunlich gefasst. „Ich bin plötzlich nervös geworden und habe etwas Zeit gebraucht, um mich an den Linkshänder-Spin zu gewöhnen. Sie war heute einfach besser“, bemerkte die 23 Jahre alte Berlinerin.

Lisicki fand gegen die Weltranglisten-25. aus Moskau nie zu ihrem Rhythmus. Zwar zeigte sie - wie schon während ihrer wunderbaren Wimbledon-Wochen - Kämpferqualitäten und hielt bis zum Schluss dagegen. Doch Makarowa war die bessere und konstantere Spielerin.

Zwei Matchbälle wehrte die 23 Jahre alte Berlinerin noch ab - dann landete eine Vorhand von ihr im Netz. Das Achtelfinale im Jahr 2011 bleibt damit Lisickis bestes US-Open-Resultat.

Erfolg für Altmeister Tommy Haas

Tommy Haas dagegen entledigte sich seiner Pflichtaufgabe mit der Routine und Abgeklärtheit des ältesten Profis im Feld und zog in die dritte Runde ein. Der 35-Jährige setzte sich gegen Lu Yen-Hsun aus Taiwan 6:3, 6:4, 7:6 (7:3) durch. Ausgeschieden sind Benjamin Becker aus Mettlach mit 6:7 (2:7), 2:6, 2:6 gegen den serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic und der Lübecker Tobias Kamke durch das 4:6, 2:6, 2:6 gegen Denis Istomin aus Usbekistan.

Haas stand schon dreimal im Viertelfinale und beeindruckt auch in diesem Jahr bislang Fachleute und Fans. Dennoch war der gebürtige Hamburger nach seinem Drittrunden-Einzug nicht gerade in Plauderlaune. „Noch schnell ein Radio-Interview, und das war's dann“, sagte er im Rausgehen zu dem etwas verdutzten Moderator der Pressekonferenz. Vielleicht lag es an den immer wiederkehrenden Fragen nach seinem Alter oder nach seiner körperlichen Verfassung.

„Ich habe zwei solide Matches gespielt und bin generell zufrieden“, sagte Haas. Bei seinem 16. New-York-Start trifft der gebürtige Hamburger nun im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale in einem weiteren Ü-30-Duell auf den Weltranglisten-24. Michail Juschni.

Den 31 Jahre alten Russen hatte Haas in diesem Jahr im Achtelfinale der French Open locker in drei Sätzen geschlagen. Mit 4:4 ist die Gesamtbilanz allerdings vor dem nächsten Aufeinandertreffen ausgeglichen. „Mir wäre es recht, wenn es wieder so laufen würde wie in Paris. Aber er ist ein unangenehmer Gegner und wird versuchen, sich zu revanchieren“, sagte Haas.

"Das gibt's doch gar nicht"

Im Duell mit der Nummer 60 der Welt unterhielt er die Zuschauer auf dem Grandstand bestens. Als Haas im zweiten Satz 2:3 zurücklag, wehrte er sich fast eine Viertelstunde lang gegen den Verlust seines Aufschlagsspiels. „Das gibt's doch gar nicht“, fluchte der Familienvater nach einem langen Passierschlag seines Kontrahenten.

Insgesamt acht Breakbälle wehrte Haas in diesem Spiel ab. Als er endlich im Vorteil war, leistete er sich erst einen Doppelfehler, servierte dann ein Ass und holte schließlich den Punkt zum 3:3. Haas gelang das Break zum 4:3, kassierte prompt das Re-Break und nahm dann seinem 30 Jahre alten Gegenüber erneut den Aufschlag zum 5:4 ab. Haas wechselte sein Shirt von dunkelblau zu lachsfarben, nach 52 weiteren Minuten leuchteten die Ziffern 6:4 auf der Anzeigetafel.


Auch im dritten Durchgang unterlief dem Wahl-Amerikaner der eine oder andere leichte Fehler, er geriet mit 4:5 in Rückstand und servierte gegen den Satzverlust. Doch Haas behielt die Nerven - auch im Tiebreak, als er den elften Drittrunden-Einzug bei seinem Lieblings-Grand-Slam mit einem Ass perfekt machte. (dpa)

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