Sport : US Open: Martina Hingis und Alex Corretja sind fit für New York

Vom Tennis-Paradiesvogel Andre Agassi wird gesagt, sein Aufstieg zum erfolgreichsten Spieler des Jahrzehnts hinter US-Landsmann Pete Sampras hänge auch mit Temperament und Extrovertiertheit zusammmen. Dass er auch mit 30 Jahren noch ausrasten kann, zeigte sich am Wochenende in Washington. Aus Wut über die Finalniederlage gegen Alex Corretja (2:6, 3:6) und über seine 38 Fehler "ohne Not" zertrümmerte Agassi den Schläger. Hinterher hat sich der Star förmlich entschuldigt.

Dass Corretja jemals in solch eine Situation geraten könnte, ist kaum vorstellbar. Denn der 26-Jährige gilt als Sportsmann mit vollendeten Manieren. Freundlich, höflich, zuvorkommend. Nie aufbrausend, vorlaut oder gar aggressiv. Ein Spanier mit katalanischen Wurzeln, der das Fairplay der Briten voll verinnerlicht hat.

Manche sagen auch, Corretja sei zu brav, um in einer Liga mit Agassi oder Sampras spielen zu können. Dass er zurückhaltend ist, stimmt, aber der Spanier spielt in der Liga der Stars. Denn Corretja gewann bereits sein viertes Turnier anno 2000. Die derzeitige Nummer sechs war 1999 Zweiter der Weltrangliste, gewann ein Jahr davor den ATP-Weltmeistertitel in Hannover. Seine Erfolge basieren auf Siegeswillen, Charakter, Fleiß und (Spiel-)Intelligenz.

Letzteres zeichnet überreichlich auch die Weltranglistenerste Martina Hingis aus. Als sie im Endspiel von Montreal im ersten Satz gegen Serena Williams (USA) 0:6 unterging, hat die 20-Jährige nicht die Selbstkontrolle verloren. Wie das noch im Vorjahr bei ihrer Schlappe gegen die eigentlich schon bezwungene Steffi Graf in Paris passierte. Was Medien veranlasste, der Schweizerin das Klischee einer "Tenniszicke" anzuheften. Diesmal blieb Hingis kühl, brachte den zweiten Durchgang mit 6:3 an sich und veranlasste Williams nach 3:0 im dritten Satz zur Aufgabe wegen einer Fußverletzung.

Hingis und Corretja sind für die US Open ab nächster Woche gewappnet.

0 Kommentare

Neuester Kommentar