US Open : Tommy Haas träumt vom Titel

Neuer Trainer, altes Ziel: Tennis-Profi Tommy Haas kehrt bei den US Open zu Trainer Hogstedt zurück und hofft noch immer auf seinen ersten Grand Slam-Titel.

Petra Philippsen[New York]
Tennis - Haas in Washington ausgeschieden
Auferstehung in New York? Tommy Haas ist bei den US Open nur Außenseiter. Vom Titel träumt er dennoch.Foto: dpa

Der Schlagabtausch dauert eine ganze Weile, denn auch wenn es nur eine lockere Trainingseinheit ist, geht Thomas Haas mit Ehrgeiz zu Werke. Er ist Perfektionist, möchte am liebsten jeden Ball Millimeter genau an die Linien spielen, doch das klappt natürlich nicht ständig. Auch dieses Mal verzieht er seine Vorhand seitlich ins Aus, und unter Wettkampfbedingungen hätte Haas vermutlich seinen Schläger malträtiert. Aber nun amüsiert er sich über den kleinen Fauxpas und wirft Thomas Hogstedt einen vielsagenden Blick zu. Der neckt ihn mit einem lockeren Spruch. Haas ist entspannt vor Beginn der US Open in New York, und das liegt vor allem daran, dass eben jener Hogstedt seit einer Woche wieder als Trainer an seiner Seite ist.

„Thomas weiß einfach, wie ich ticke und wie er mich nehmen muss“, erklärt Haas, „und ich habe seine ganze Mentalität und das Training mit ihm einfach vermisst.“ Zwei Jahre arbeiteten beide zuvor schon zusammen, „verdammt gute Jahre“ sind es laut Haas gewesen, der mit dem mehrmonatigen Intermezzo mit dem US-Amerikaner Dean Goldfine nicht mehr zufrieden war.

Haas fühlt sich als halber Amerikaner

Denn gerade jetzt muss für den 30-Jährigen alles passen. Zu lange und zu hart hat er für dieses Grand-Slam-Turnier gearbeitet. Sogar auf den Daviscup und die Olympischen Spiele in Peking hat er verzichtet, seinen Fokus schon früh auf New York gelegt. „Ich wollte hier so fit wie möglich antreten und das ist jetzt der Fall. Die Schulter hält gut, und ich bin gut drauf“, sagt Haas. Die dreifach operierte Schulter bereitete ihm auch in dieser Saison Probleme, so dass er die Sandplatzsaison fast komplett ausließ. Bei den US Open, bei denen Haas heute zum Auftakt auf den Franzosen Richard Gasquet trifft, soll es nun besser laufen. Nach wie vor träumt Haas vom Gewinn eines Grand-Slam-Titels. „Ich weiß, dass dieser Traum sich vielleicht nie mehr erfüllt. Aber ich gebe alles dafür. Wenn ich fit bin, bin ich für jeden Spieler nur schwer zu schlagen“, sagt Haas.

Dass die Hartplätze in Flushing Meadows dem Weltranglisten-39. liegen, belegen drei Viertelfinalteilnahmen in den letzten vier Jahren. Es ist der Ort, an dem sich Haas am wohlsten fühlt und an dem er über seine Grenzen hinausgehen kann. Die entspannte, amerikanische Lebensart gefällt ihm. Seit er mit 13 Jahren zum ersten Mal in der Akademie von Nick Bollettieri in Florida trainierte, sind die USA zu einer zweiten Heimat für ihn geworden. „Ich fühle mich als halber Amerikaner und ein bisschen haben mich die amerikanischen Fans adoptiert.“ Und sie tun es wohl noch mehr, seit Haas mit der US-Schauspielerin Sara Foster liiert ist. Er wünsche sich eine Familie mit ihr, erzählt Haas, aber nicht gleich. Noch ist Tennis wichtiger. Und sein großer Traum.

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