Sport : Usain Bolt, weit weg

Der Jamaikaner macht seine 100-Meter-Pleite mit einem furiosen 200-Meter-Sieg wett

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Der Showman. Superstar Usain Bolt in bekannter Pose. Foto: dpa
Der Showman. Superstar Usain Bolt in bekannter Pose. Foto: dpaFoto: dapd

Usain Bolt ist wieder da: Am vergangenen Sonntag sorgte er mit seinem 100-Meter-Fehlstart für die größte Sensationsmeldung der internationalen Leichtathletik seit der Doping-Disqualifikation des 100-Meter-Olympiasiegers Ben Johnson (Kanada) bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul. Am Samstag bot der der Jamaikaner nun endlich die Show, auf welche die Zuschauer über 100 Meter vergeblich gewartet hatten. Bolt verteidigte überzeugend seinen 200-Meter-WM-Titel, den er vor zwei Jahren in Berlin in der nach wie vor aktuellen Weltrekordzeit von 19,19 Sekunden gewonnen hatte.

In Daegu stürmte der 25-Jährige in 19,40 Sekunden vor Walter Dix (USA/19,70) und Christophe Lemaitre ins Ziel. Während der Franzose in 19,80 Sekunden einen nationalen Rekord aufstellte, schaute das Stadion nur auf Bolt. Seine 19,40 Sekunden bedeuten Jahresweltbestzeit und sind das viertschnellste 200-Meter-Ergebnis aller Zeiten. Nur Bolt und Michael Johnson (USA/19,32) beim Olympiasieg 1996 waren schneller.

Bolt präsentierte sich vor dem Endlauf so wie ihn die Zuschauer kennen. Er machte seine Faxen, nickte optimistisch mit dem Kopf in die Kamera und biss die Zähne zusammen. Alles war wie vor dem 100-Meter-Finale – bis auf den Start natürlich. „Ich habe einen Fehler gemacht“, sagte Bolt bezüglich seines 100-Meter-Blackouts. „Ich sage auch nicht, dass die Fehlstartregel jetzt geändert werden sollte.“

Über 200 Meter ging Bolt kein Risiko ein. Als Letzter der acht Finalisten kam er aus dem Block. Doch den frühen Rückstand hatte Bolt schnell aufgeholt. Schon ausgangs der Kurve lag er in Führung, und auf der Zielgeraden war der Jamaikaner nicht zu stoppen. „Ich bin eine gute Kurve gelaufen, aber nicht meine beste“, erklärte der dreimalige Olympiasieger. „Es war ein großes Rennen, ich habe alles gegeben und bin sehr zufrieden.“ Gemessen daran, dass Bolt in dieser Saison generell nicht so gut in Form ist wie noch vor zwei Jahren, ist seine Zeit außerordentlich gut. „Es war nicht so leicht für mich, auf Bahn drei zu laufen. Die Kurve ist enger, und der Fluss beim Laufen geht dadurch etwas verloren. Sonst bin ich meistens auf den Bahnen fünf oder sechs gelaufen, dort wäre ich heute noch etwas schneller gewesen.“

Am heutigen Sonntag können die Zuschauer Bolt noch einmal erleben. Dann startet er mit der 4-x-100-Meter-Staffel. „Ich freue mich auf das Rennen, wir haben ein gutes Team“, sagte er. Noch einmal soll Bolt im Mittelpunkt stehen. Der Wettbewerb ist der letzte der Titelkämpfe. Bolt wird sicher nicht als Startläufer antreten.

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