Sport : Uwe Hünemeier Wie der Dortmunder das Spiel gegen Bayern erlebte

Felix Meininghaus

Gestatten: Uwe Hünemeier, 19 Jahre, Zivildienstleistender, geboren in Rietberg (Ostwestfalen), bisherige Vereine: DJK Bokel und FC Gütersloh, Bundesligaspiele bis gestern: null. Gegen den großen FC Bayern München durfte der Schlaks, der dieses Jahr bei der Abi-Feier erfahren hatte, dass er von nun an zum Profikader von Borussia Dortmund gehört, erstmalig in der Ersten Liga ran. Die Personalmisere machte es möglich, dass er in der Dortmunder Innenverteidigung neben Christoph Metzelder gegen Roy Makaay und Claudio Pizarro spielen konnte.

Unmittelbar vor dem Anpfiff bekommt der Neuling noch eine kurze Einweisung unter vier Augen von Kapitän Sebastian Kehl. Bereits in der ersten Minute steigt Hünemeier rustikal gegen Pizarro ein und beweist auch sonst wenig Scheu vor den großen Namen. Nach sieben Minuten klärt er nach einem Freistoß von Ali Karimi per Flugkopfball, und immer, wenn er Pizarro begegnet, ist er einen Tick schneller am Ball. Bis zur Pause gelingt Hünemeier eine bemerkenswerte Erstaufführung. Er gewinnt fast alle Zweikämpfe.

Lediglich in der 27. Minute wird Hünemeiers mangelnde Erfahrung offensichtlich, als er sich von Pizarro zu weit aus dem Abwehrzentrum ziehen lässt und so Lucio die größte Chance der Bayern ermöglicht. Auf der anderen Seite gelingt ihm nach einer Ecke mit einem Kopfball beinahe die Führung für den BVB, doch der Ball prallt von der Unterkante der Latte zu Owen Hargreaves, der mit Hilfe der Hand rettet. Nach dem Seitenwechsel treffen jedoch die Bayern. Das 1:0 ist auch für Hünemeier ein Rückschlag, denn bevor Karimi einschiebt, lässt er den tapfer kämpfenden Verteidiger wie einen Schüler aussteigen. Beim zweiten Tor des Deutschen Meisters durch Pizarro ist Hünemeier indes machtlos.

Am Ende seines aufregenden ersten Bundesligaspiels wird Uwe Hünemeier von Journalisten zum Spieler des Tages gewählt, und auch sein Trainer Bert van Marwijk lobt: „Großes Kompliment an ihn. Er hat überraschend souverän verteidigt.“

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